Studie

Frauen und Energie: Accenture untersucht Karrierechancen

In den Führungsetagen bei Energieversorgern sind Frauen eine Minderheit. Einer neuen Studie der Unternehmensberatung Accenture zufolge, nehmen sie nur einen Anteil von drei Prozent ein. Personalleiter nennen Desinteresse an der Branche und fehlende Kompetenzen als Gründe, Accenture starre Hierarchien und intransparente Beförderungsprozesse.

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"Die Stromunternehmen sind nicht mehr nur Versorger sondern immer stärker Dienstleister, kundenbezogene Unternehmensbereiche wie Vertrieb, Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bringen neue Berufschancen insbesondere für Frauen." Mit diesen Worten kommentierte Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer beim Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), die neue Accenture-Studie "Frauen und Energie."

Laut Studie liegt bei den Strom-, Gas- und Wasserversorgern der Anteil weiblicher Arbeitnehmer bei 20 Prozent. In der Stromwirtschaft allein gebe es 16 Prozent weibliche Beschäftigte und damit weniger als die durchschnittlichen 19 Prozent im produzierenden Gewerbe.

Traditionelle Hierarchien prägen Branche

Wie die Studie weiter belegt, sind die drei Prozent Frauen in den Führungsetagen deutscher Energieversorger eine Minderheit. Als zentrale Karrierehindernisse für Frauen, ermittelte Accenture starre Hierarchien der traditionell geprägten Energieindustrie, intransparente Beförderungsprozesse und eine männerdominierte Arbeitsplatz- und Unternehmenskultur. "In den Personalbereichen der Stromunternehmen sind die traditionellen, geschlechterspezifischen Arbeitsplatzklischees noch immer präsent", kritisiert Rolf Schulz, Geschäftsführer von Accenture.

Liberalisierung verändert Anforderungen

Desinteresse an der Branche und fehlende Kompetenzen bzw. Qualifikationen nannten Personalleiter in der Studie als wichtigste Gründe für den niedrigen Frauenanteil. Die befragten Frauen fordern neben einem kulturellen Wandel innerhalb der Unternehmen flexible Arbeitsverhältnisse und Möglichkeiten der Kinderbetreuung. Laut Accenture müsste es für Stromunternehmen besonders wichtig sein, sich um mehr weibliche Führungskräfte zu bemühen. "Die Erkenntnis, dass gemischte Management-Teams erfolgreicher arbeiten, weil sie mit unterschiedlichen Führungsstilen und Kompetenzen unserer wirtschaftlichen Realität am besten gewachsen sind, ist nicht neu", erklärt Schulz. "Sie wird mit der zunehmenden Liberalisierung und Internationalisierung der Energiewirtschaft aber um ein Vielfaches bedeutender."