Stromnetze unter dem Mittelmeer

Französische Firmen gründen Wüstenstromprojekt à la Desertec

Nach dem Vorbild des deutschen Wüstenstromprojekts Desertec haben rund 20 französische Firmen am Donnerstag die Gesellschaft Medgrid gegründet. Sie soll die Machbarkeit von Stromleitungen unter dem Mittelmeer prüfen, die Sonnenkraft von Afrika nach Europa bringen sollen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (afp/red) - "Der Kampf um ein nachhaltiges Wachstum entscheidet sich vor allem über neue Netze", sagte Frankreichs Energieminister Eric Besson. "Wir brauchen Energie-Autobahnen", um die EU mit Quellen erneuerbarer Energien zu verbinden.

Medgrid - ursprünglich Transgreen getauft - ist als Ergänzung zu Desertec im südlichen und östlichen Mittelmeerbecken gedacht. Das Projekt wurde im Rahmen der vor zwei Jahren gegründeten, umstrittenen Mittelmeerunion initiiert, für die Frankreich sich eingesetzt hatte. In den kommenden zehn Jahren sollen Kraftwerke mit einer Kapazität von 20 Gigawatt gebaut werden, vor allem Solaranlagen; etwa ein Viertel der Strommenge soll über Hochspannungsleitungen durch das Mittelmeer nach Europa gebracht werden.

Gründungsmitglieder von Medgrid sind unter anderem die französischen Konzerne Alstom, Areva, EDF und Nexans, die marokkanische Elektrizitätsbehörde, das spanische Unternehmen Red Electrica und der Siemens-Konzern. Medgrid stehe aber allen Mittelmeer-Anrainern offen, erklärte Präsident André Merlin.