Kritik

Frankreichs Sozialisten halten deutschen Atom-Ausstieg für falsch

Die französischen Sozialisten halten die Abkehr Deutschlands von der Atomenergie für falsch. Der Atomenergieexperte der Sozialistischen Partei (PS), Jean-Yves Le Déhaut, sagte zu ddp in Paris, die Kernenergie sei "richtig unter der Voraussetzung, dass wir die Sicherheit, die Transparenz und die Wiederaufbereitung verbessern."

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (ddp/sm) - Le Déhaut betonte, der Kampf gegen den Treibhauseffekt und das Eintreten für das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz hätten "erste ökologische Priorität". Er warnte, mit dem Atomausstieg könnten die Deutschen ihre Verpflichtungen in Bezug auf die Klimapolitik "leider nicht einhalten". Zwar habe Deutschland große Fortschritte auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien gemacht. Dies reiche aber nicht, "um den Treibhauseffekt zu reduzieren", gab Le Déhaut zu bedenken.

Es sei "schwierig, eine Energiepolitik nur auf Windkraftanlagen zu gründen", sagte auch der Abgeordnete Patrick Ollier von der konservativen französischen Union pour un Mouvement Populaire (UMP). Er forderte eine kritische Überprüfung in Deutschland, ob der Atomausstieg wirklich sinnvoll sei.

Im Gegensatz dazu verlangte der Europa-Abgeordnete der Grünen, Claude Turmes, am Atomausstieg festzuhalten. Die Atomdebatte sei in Deutschland von "Kernenergie-Lobbyisten" neu eröffnet worden, kritisierte der Grünen-Atomenergieexperte. Zu einer vernünftigen Energiepolitik gehöre nicht die Kernenergie, sondern die Entwicklung der erneuerbaren Energien. Diesen Energieformen müsse "der Weg geebnet" werden, sagte der Grünen-Politiker.