Pendant zu Desertec

Frankreich startet eigenes Solarstrom-Projekt in Afrika

Nach dem Vorbild des Wüstenstrom-Projektes Desertec will Frankreich offenbar ein eigenes Solarstrom-Projekt an den Start bringen. Mit einem Stromnetz unter dem Meer soll Ökostrom aus Solarenergie aus Nordafrika nach Europa transportiert werden. Siemens hat bereits angekündigt, sich an dem Solarenergie-Projekt zu beteiligen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

München (ddp-bay/red) - Das französische Solarstrom-Projekt soll den Namen "Transgreen" tragen. Am 25. Mai soll das Industriekonsortium französischen Medienberichten zufolge beim Treffen der Energieminister der 43 Staaten der Mittelmeerunion in Kairo offiziell vorgestellt werden. An Transgreen beteiligt sei unter anderem der französische Energiekonzern EDF.

Experteneinschätzungen zufolge reagiert Frankreich damit auf die deutsche Dominanz im Desertec-Konsortium. Zwar ist die Beteiligung an Desertec internationaler geworden, dennoch haben deutsche Unternehmen die Mehrheit. Dennoch sollen die beiden Konsortien nicht in Konkurrenz zueinander stehen, sondern sich gegenseitig ergänzen, wie es im Umfeld von Desertec und Transgreen heißt.

Siemens bei beiden Solarenergie-Konsortien mit an Board

Der Technologiekonzern Siemens will sich an der französischen Solarstrom-Initiative beteiligen. Die Münchener werden demnach sowohl bei Desertec als auch bei Transgreen an Bord sein.

Die Desertec-Initiative will langfristig 15 Prozent des europäischen Strombedarfs erzeugen. Das Investitionsvolumen wird auf 400 Milliarden Euro geschätzt. Gründungsgesellschafter waren unter anderem ABB, Deutsche Bank, E.ON, HSH Nordbank, MAN Solar Millennium, Munich Re, RWE und Siemens. Seit Anfang Februar ist der Ex-Bundesumweltminister und ehemalige Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Klaus Töpfer (CDU), Berater der Initiative.