Umstritten

Frankreich: Parlament stimmt Endlager in Lothringen zu

150 Kilometer von Saarbrücken entfernt könnte im französischen Lothringen ein Endlager für Atommüll entstehen. Zumindest hat nach dem Senat auch das französische Parlament seine Zustimmung gegeben. Die Gegner des Projekts kommen aus allen Lagern.

AtomstromGegner sagen, dass der Transport des Atommülls von der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague in das Endlager in Bure ein Jahrhundert lang wöchentlich zwei Züge erfordern würde.© dasglasauge / Fotolia.com

Frankfurt - Die Wahrscheinlichkeit, dass im französischen Lothringen ein Endlager gebaut wird, hat sich am Montag noch einmal vergrößert. Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) zufolge stimmte das französische Parlament der Errichtung eines unterirdischen Lagern nahe dem Dorf Bure, das rund 150 Kilometer von Saarbrücken entfernt liegt, zu.

Kritik aus allen Lagern

Vor 2025 ist kaut F.A.Z. keine Entscheidung seitens der französischen Regierung zu erwarten, die versprochen hat, zuvor eine öffentliche Anhörung durchzuführen. Denn der mögliche Standort ruft Gegner aus allen Lagern hervor: Teile der Bevölkerung Frankreichs stellen sich ebenso gegen den Bau wie Bewohner und Politiker aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Luxemburg. Kritiker nennen das geplante Lager ein "unterirdisches Tschernobyl".

Kein Atommüll in Lothringen vor 2030

Radioaktiver Müll soll in Lothringen frühestens ab 2030 gelagert werden, lautet dem Bericht zufolge das Versprechen des Berichterstatters im Parlament, Christophe Bouillon. Bereits seit zehn Jahren wird ein Versuchslabor betrieben, mit dem der Plan für ein rund 500 Meter unter der Erde liegendes Atomlager getestet wird.

Gegner kündigten weitere Proteste an

Der Transport des Atommülls von einem der großen Zwischenlager in La Hague soll den Gegnern zufolge ein Jahrhundert lang andauern und dabei Milliarden Euro verschlingen. Da halten die Befürworter dagegen, da nur drei Prozent des Atommülls in Frankreich an dem Standort in Lothringen gelagert werden sollen. Atomgegner kündigten bereits an, weiter gegen die Pläne vorgehen zu wollen. Den Gegner zufolge fand die entsprechende Nationalversammlung ohne ausreichende Beteiligung der Abgeordneten statt.

Bisher hat Frankreich kein eigenes Endlager und ob die französische Regierung den Bau beauftragen wird, bleibt weiter offen. Laut F.A.Z. hat die Regierung aber in der Vergangenheit versucht, die Endlager-Pläne ohne Beteiligung der Öffentlichkeit per Ergänzungsantrag durchzubringen, ist aber letztendlich am Verfassungsrat gescheitert.

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