Sicherheitsbedenken

Frankreich: Greenpeace im Luftraum über Atomkraftwerk

Ein Aktivist der Umweltschutzorganisation Greenpeace flog gestern mit einem motorisierten Gleitschirm im Luftraum über den Atomkraftwerken im französischen Flamanville. Er näherte sich den zwei Reaktorgebäuden bis auf 300 Meter und landete in unmittelbarer Umgebung der Anlagen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Flamanville, Frankreich (red) - Wie die Greenpeace mitteilt, war der Mitarbeiter innerhalb des gesperrten Luftraums um die Atomanlagen gestartet. Ziel der Aktion war ein Protest gegen die geplante Errichtung eines Europäischen Druckwasser-Reaktors.

Auf dem Gelände wurde, nach Greenpeace-Angaben, Alarm ausgelöst und Sicherheitspersonal durchsuchte den Bereich für mehrere Stunden. Etwa zwei Stunden nach der Landung des Motor-Gleitschirms traf zusätzlich ein Militärhubschrauber ein, der über dem Gebiet der Anlage und dem benachbarten Cherbourg kreiste. Der Aktivist hatte das Gebiet bereits verlassen.

Der Protest richtete sich gegen vor zwei Wochen bekannt gewordene Inhalte aus einem internen Papier der französischen Energiegessellschaft Electricité de France (EDF). Darin wird darauf hingewiesen, dass der geplante Reaktor dem Einschlag eines größeren Passagierflugzeugs, sei es durch terroristischen Anschlag oder Unfall, nicht standhalten werde. Dies gelte auch für alle andere 58 Reaktoren der EDF, so Greenpeace.

Der energiepolitischer Sprecher von Bündinis '90/Die Grünen, Hans-Josef Fell, erklärte dazu, diese Aktion zeige deutlich, dass es keine Sicherheit der Atomkraft gebe. Angesichts der gestiegenen internationalen Terrorgefahren seien solche Sicherheitsdefizite mehr als fahrlässig, so Fell. Diese Erkenntnis sei nicht auf Frankreich begrenzt, da die Bundesregierung in der Antwort auf eine entsprechende kleine Anfrage der Grünen hier ebenfalls größere Risiken einräume.

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