Eklat und Umsatzwachstum

Frankreich: Fusion von GdF und Suez vor neuen Hürden

Nach einem Bericht des Düsseldorfer "Handelsblattes" gibt es neue Hürden für die geplante Fusion der französischen Energiekonzerne Gaz de France (GdF) und Suez. Im Parlament gab es einen Eklat zur Abstimmung über die GdF-Privatisierung und Suez erhöhte seine Wachstumsziele.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris/Düsseldorf (red) - Gestern forderten die oppositionellen Sozialisten im französischen Parlament, die Abstimmung über die GdF-Privatisierung um mehrere Monate zu verschieben. Dies solle nach dem Willen der Sozialisten erst nach der Präsidentenwahl im kommenden Jahr geschehen. Mit einer Flut von mehr als 137.000 Änderungsanträgen versuchen sie die Abstimmung zu stoppen. Die Privatisierung des Staatsunternehmens ist eine zentrale Voraussetzung für den Zusammenschluss.

Ministerpräsident Dominique de Villepin hofft dem Bericht zufolge auf eine Zustimmung der Abgeordneten bis Ende des Monats. Sollte diese Frist verstreichen, müsste die Debatte bis Januar unterbrochen werden und könnte in den Wahlkampf fallen. Dann wäre die Fusion möglicherweise nicht mehr durchzusetzen.

Gleichzeitig gab Suez jetzt ein Umsatzwachstum von über sieben Prozent bekannt, so das "Handelsblatt". Der laufende operative Gewinn soll mehr als 15 Prozent zulegen. Analysten sehen nun den Druck für eine Änderung der Fusionsbedingungen, wie beispielsweise eine Erhöhung der Sonderdividende für die Suez-Aktionäre von einem auf drei oder sogar fünf Euro pro Anteilsschein.

Im Februar hatten die Verwaltungsräte der Energiekonzerne einvernehmlich eine Fusion beschlossen. Dadurch würde ein Unternehmen mit einem Börsenwert von 72 Milliarden Euro entstehen. Möglicherweise soll damit auch die Übernahme von Suez durch den italienischen konkurrenten Enel verhindert werden.

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