Strom-News
Bilanz 2011Die französische Energieindustrie hat vom deutschen Atomausstieg profitiert. Frankreich habe im vergangenen Jahr 10,8 Terawattstunden Strom in das Nachbarland exportiert, teilte der Stromnetzbetreiber RTE am Donnerstag in seiner Jahresbilanz mit. Durch den Atomausstieg wurde mehr Strom exportiert als eingeführt.
Paris (AFP/red) - Gleichzeitig seien 8,4 Terawattstunden Strom aus Deutschland eingeführt worden. Durch die Abschaltung von acht deutschen Atomkraftwerken nach der Katastrophe von Fukushima im vergangenen Frühjahr sei Frankreich vom Stromimporteur zum Exporteur ins Nachbarland geworden - die Grande Nation profitiert also vom deutschen Atomausstieg.
Normalerweise führt Frankreich im Winter Strom aus Deutschland ein. Da in französischen Haushalten und Betrieben viel mit Elektroheizungen geheizt wird, steigt dort der Stromverbrauch in kalten Wintern besonders stark an. Während der Atomstromproduzent Nummer eins in Europa fast das ganze Jahr über Strom exportiert, muss er trotzdem zu den Spitzenzeiten im Winter, insbesondere am Abend gegen 19.00 Uhr, Strom importieren. Da der Winter dieses Jahr bisher mild verlief, blieb der durch den deutschen Beschluss zum Atomausstieg und die folgenden Abschaltungen befürchtete Engpass aus.
Insgesamt verzeichnete RTE, die Filiale des staatlichen Stromkonzerns EDF, im vergangenen Jahr ein Exportplus von 55,7 Terawattstunden, was dem Stand von 2007 entspricht. Frankreich erzeugt drei Viertel seines Stroms in Atomkraftwerken.
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Die Stadtwerke in der Rhein-Main-Region machen sich Sorgen: Für den Winter befürchten sie Engpässe in der Stromversorgung. Weil durch das Abschalten des Kernkraftwerks Biblis der dort produzierte Strom wegfällt, muss der Stromnetzbetreiber Amprion zusätzliche Windenergie aus dem Norden transportieren - dabei könnte es zu einer Überlastung der Leitungen kommen.
Vielfach hatten Medien in den vergangenen Tagen berichtet, im Dezember habe Strom aus Österreich die Bayern aus akuter Not gerettet. Recherchen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zufolge seien die Berichte aus heutiger Sicht falsch. Zum gleichen Zeitpunkt seien betriebsbereite Gaskraftwerke in Bayern und Südhessen nicht angefahren worden.
Die tschechischen Stromnetze müssen derzeit viel aushalten: Durch den deutschen Atomausstieg fließt eine große Menge an Ökostrom durch die Netze, die nicht auf diese schwankende Belastung ausgelegt sind. Nach Polen klagt jetzt also ein weiteres Nachbarland über die Probleme mit der deutschen Energiewende.
Das traditionelle Atomstromland Frankreich will bis 2016 fünf Offshore-Windparks mit einer Gesamtleistung von drei Gigawatt bauen. Gebote für Errichtung und Betrieb müssten Industriekonsortien am (heutigen) Mittwoch abgeben, berichtete die "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe).
Der Bericht ist 375 Seiten stark und verheißt eine der größten industriellen Investitionen in Frankreich: Beim in dieser Woche publizierten Stresstest für die 59 französischen Atomkraftwerke hat die Atomaufsichts-Behörde ASN viele Mängel festgestellt. Das Nachbarland muss nun teuer für seine jahrzehntelange Nachlässigkeit bezahlen.Strompreise vergleichen
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