Regierungspräsidium

Frankfurt: Umstrittenes Braunkohlekraftwerk genehmigt

Das Regierungspräsidium Darmstadt hat den Bau und Betrieb eines umstrittenen Braunkohlekraftwerks im Industriepark Frankfurt-Fechenheim bewilligt. Die Genehmigung wurde im vergangenen Jahr beantragt und das Verfahren wurde ohne Öffentlichkeitsbeteiligung und Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Darmstadt/Frankfurt/Main (dapd-hes/red) - Die Genehmigung für den Betrieb der Anlage sei erteilt worden, weil "nicht mit schädlichen Umwelteinwirkungen, sonstigen Gefahren, erheblichen Nachteilen oder Belästigungen für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft zu rechnen ist", sagte Regierungspräsident Johannes Baron.

Genehmigung für das Braunkohlekraftwerk

Den Angaben zufolge wurde die Genehmigung im Herbst des vergangenen Jahres beantragt. Die Anlage werde künftig beispielsweise Braunkohlestaub, Gas und Heizöl als Brennstoffe einsetzen, um den Industriepark mit sogenanntem Prozessdampf für die dortige Chemieproduktion zu versorgen. Das Genehmigungsverfahren war ohne Öffentlichkeitsbeteiligung und Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt worden, weil nach den gesetzlichen Vorschriften diese erst ab einer Leistung von 50 beziehungsweise 200 Megawatt vorgeschrieben sind, hieß es. Die Wärmeleistung der nun genehmigten Anlage liege indes bei knapp unter 20 Megawatt.

Umstrittenes Braunkohle-Staubkraftwerk

Das Braunkohle-Staubkraftwerk, das die Magdeburger Getec AG künftig betreiben will, ist umstritten. Frankfurts Umweltdezernentin Manuela Rottmann (Grüne) hatte unter anderem betont, dass bei der Verbrennung von Braunkohle giftiges Quecksilber anfalle. Das Schwermetall werde eingeatmet, belaste die Böden und gelange mit dem Regen auch in den Main. Das Regierungspräsidium wies darauf hin, dass bei allen ausgestoßenen Stoffen die zulässigen Grenzwerte eingehalten würden.