Fortum kündigt Interesse an EMR an

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Fortum hat dem Hauptgesellschafter des Elektrizitätswerk Minden-Ravensberg (EMR), dem Kreis Herford, in Form eines Angebotes eine Interessenbekundung für den Erwerb von Geschäftsanteilen vorgelegt. "Um ein faires und transparentes Bieterverfahren sicherzustellen, werden wir uns an den derzeitigen Preisdiskussionen jedoch in keiner Weise beteiligen", so Eero Auranne, neuer Vorsitzender der Geschäftsführung der Fortum Energie GmbH und Executive Vice President von Fortum für das Europageschäft.


Der Wechsel in der Geschäftsführung von Fortum in Deutschland wird keine Auswirkungen auf die eingeleitete Wachstumsstrategie des finnischen Energiekonzerns im deutschen Energiemarkt haben. Dies bekräftigte Eero Auranne anlässlich des Stadtwerke-Energie-Forums in Bad Salzuflen. Die angestrebten Kooperationen und Partnerschaften mit Stadtwerken und Versorgungsunternehmen werden weiterhin ein wesentlicher Bestandteil der Marktstrategie Fortums in Deutschland sein. Mit Besorgnis hat Fortum die öffentliche Diskussion über den angeblichen Rückzug von Fortum aus den Kaufverhandlungen des Elektrizitätswerks Minden-Ravensberg GmbH verfolgt, die politisch geprägt und oft emotional geführt werden. "Wir werden uns nicht aus unserer Verantwortung zur Entwicklung der Energieversorgung in dieser Region zurückziehen - ganz im Gegenteil", sagte Eero Auranne. Charakteristisch für die derzeitige Diskussion sind nach Ansicht von Auranne die polarisierenden Ansichten: Auf der einen Seite Optimismus im Hinblick auf die künftige Geschäftsentwicklung des EMR und auf der anderen Seite übertriebene Ängste bei der unvermeidlichen Restrukturierung des Energieunternehmens.


Fortum Energie-Geschäftsführer Dr. Havard Nymoen bekräftigte die Absicht Fortums, sich in der Region weiter zu engagieren, und unterstrich dabei die erfolgreiche Integration der Elektrizitätswerk Wesertal GmbH in den finnischen Konzernverbund. "Durch Kooperationen mit Stadtwerken und regionalen Versorgungsunternehmen wird Fortum auf dem deutschen Energiemarkt weiter expandieren", so Nymoen. Nach Auffassung des Fortum-Geschäftsführers wird nach der derzeitigen Fusionswelle im deutschen Energiemarkt als nächstes eine Welle von vertikalen Entflechtungen und horizontalen Verbindungen entstehen, bei denen es auf partnerschaftliche Zusammenarbeit ankommt. In strategischen Partnerschaften mit den Stadtwerken sieht Fortum denn auch ein wesentliches Erfolgskriterium für die weiteren Gespräche mit EMR.