Vereinbarung

Forschungsreaktor München II: Bund und Bayern einigen sich auf Umrüstung

Bayern und das Bundesumweltministerium sind sich über die Umrüstung des Forschungsreaktor München II von Brennstoff mit hoher Anreicherung auf Brennstoff mit niedrigerer Anreichung einig geworden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Bayerische Wissenschaftsminister, Hans Zehetmair, und der Parlamentarische Staatssekretär, Wolf-Michael Catenhusen, haben gestern in München die Eckpunkte der langen Verhandlungen für eine Umrüstung des Forschungsreaktors München II (FRM II) vorgestellt. Zehetmair und Catenhusen erklärten einstimmig: "Die schon seit längerem laufenden und nicht immer einfachen Verhandlungen sind damit zu einem guten Ergebnis gebracht worden."

Der wichtigste Kernpunkt der paraphierten Vereinbarung zwischen dem Freistaat Bayern und der Bundesrepublik Deutschland liegt darin, dass sich Bayern bereit erklärt hat, spätestens bis zum 31.12.2010 den Betrieb des FRM II von Brennstoff hoher Anreicherung (HEU) auf Brennstoff niedrigerer Anreicherung (maximal 50 Prozent Uran235-Anreicherung) umzurüsten. Dies soll ohne signifikante Leistungseinbußen erfolgen. Bund und Land werden einvernehmlich und vertrauensvoll zusammenwirken, um den neuen Brennstoff zu entwickeln und zum Einsatz zu bringen. Der Freistaat Bayern wird rechtzeitig die notwendigen Schritte zur Genehmigung der Umrüstung des Reaktors einleiten. Die Bayerische Staatsregierung wird darüber hinaus dafür Sorge tragen, dass die für die Herstellung der Endlagerfähigkeit der abgebrannten Brennelemente des FRM II notwendigen technischen Anlagen zeitgerecht zur Verfügung stehen.

Dieses Verhandlungsergebnis sei vor allem ein Erfolg für die Wissenschaft, die für ihre Forschungsarbeiten auf die Inbetriebnahme des FRM II als leistungsfähige Neutronenquelle angewiesen sei, betonten Zehetmair und Catenhusen. "Wir haben heute ein Signal für den Wissenschaftsstandort Deutschland gesetzt, indem wir unseren Willen deutlich gemacht haben, die Kontinuität der auf vielen Gebieten führenden Neutronenforschung in Deutschland zu bewahren." "Mit der heutigen Vereinbarung verbindet Bayern die feste Erwartung, dass das weitere Genehmigungsverfahren des FRM II zügigst durchgeführt wird und noch in diesem Jahr die Zustimmung zur dritten und letzten Teilerrichtungsgenehmigung erteilt wird", sagte Zehetmair. Die Unterzeichnung der Vereinbarung wird durch Bundesministerin Bulmahn und Wissenschaftsminister Zehetmair nach dieser Zustimmung erfolgen.