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Forschungsreaktor in Garching genehmigt

Der Forschungsreaktor in Garching wurde jetzt endgültig genehmigt. Allerdings forderte der Münchner Bundestagsabgeordnete Dr. Axel Berg den bayrischen Umweltminister und die Forscher auf, alle Auflagen der dritten Teilerrichtungsgenehmigung penibel zu erfüllen. Die Sicherheit der Bürger müsse an erster Stelle stehen.

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"Der Garchinger Reaktor darf nur in Betrieb gehen, wenn Bayerns Umweltminister und die Münchner Forscher die Vereinbarung mit der Bundesregierung penibel einhalten. Alle Auflagen der dritten Teilerrichtungsgenehmigung müssen erfüllt werden", fordert der Münchner Bundestagsabgeordnete Dr. Axel Berg nach der endgültigen Genehmigung für den Betrieb des Forschungsreaktors FRM II in Garching. "Ich werde genau beobachten, ob die Staatsregierung den Vertrag wirklich einhält. Schnappauf muss beweisen, dass bis spätestens 2010 tatsächlich auf Brennstoff mit wesentlich geringerer Uran-Anreicherung umgerüstet wird."

Gestern hatte das Bundesumweltministerium festgelegt, dass der Reaktor nur in Betrieb gehen darf, wenn er bis spätestens 2010 auf nicht atomwaffentauglichen Brennstoff umgerüstet wird. Außerdem hat Umweltminister Trittin den Entsorgungsvorsorgenachweis für die abgebrannten Brennelemente verschärft. Der FRM-II ist weltweit der einzige neue Forschungsreaktor, der hoch angereichertes, atomwaffentaugliches Uran verwenden soll. Das hatte weltweite Kritik hervorgerufen. Dadurch wird das insbesondere von US-amerikanischer Seite unterstützte Programm zur Umrüstung bestehender Anlagen auf niedrig angereichertes Uran beeinträchtigt. Die internationalen Bemühungen zur Nichtverbreitung von Atomwaffen streben an, den Markt für hoch angereichertes Uran schrittweise zu beseitigen

Berg fordert zudem einen jährlichen Bericht über den Stand der Entwicklungen des neuen Brennstoffs und die Vorbereitungen zur Umrüstung des Reaktors auf nicht waffentaugliches Material: "Hochangereichertes Uran (HEU) ist und bleibt eine große Gefahr. Die Sicherheit unserer Bürger muss jederzeit an erster Stelle stehen. Deshalb will ich eine Umrüstung nach dem Stand der Technik." Vereinbart ist eine Anreicherung von höchstens 50 Prozent Uran-235 (MEU). Inzwischen wird in den USA ein Brennstoff entwickelt, der nur zehn Prozent angereichert und nicht waffentauglich ist (LEU).