In der Ostsee

Forschungsposten: Fino 2 liefert Daten für Offshore-Anlagenbau

Fast 40 Kilometer vor der Nordwestküste Rügens soll ab August ein Forschungsposten dringend benötigte Daten für den geplanten Bau und Betrieb großer Offshore-Windkraftanlagen zum Festland funken. Neben Daten zum Windpotenzial werden auch hydrologische, chemische und biologische Daten erfasst.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Sassnitz (ddp-nrd/sm) - Das fünf Millionen Euro teure Testlabor mit dem Namen "Fino 2" wird derzeit mit schwerer Spezialtechnik im Dreiländereck zwischen Deutschland, Schweden und Dänemark auf einem bereits in 20 Metern Wassertiefe verankerten Pfahl errichtet.

Mit einer Gesamthöhe von 105 Metern wird "Fino 2" die höchste der insgesamt sechs Forschungsstationen vor der deutschen Nord- und Ostseeküste sein. Nach seiner Inbetriebnahme soll das Testlabor auf See im Zehn-Minuten-Takt Messdaten unter anderem von Sensoren in 30 und 80 Metern Höhe senden. Aus der Auswertung dieser Werte erhofft sich die Wirtschaft wichtige Hinweise für die Konstruktion geplanter Windkraftanlagen, zum Beispiel über die optimale Nabenhöhe. Zusammen mit zwei bereits online gegangenen Messstationen vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns können die Daten von "Fino 2" zugleich mit Erhebungen von etwa zehn Stationen auf dem Festland verglichen werden.

Neben Daten zum Windpotenzial sollen aber auch umfangreiche hydrologische, chemische und biologische Untersuchungen auf dem mit Radar ausgerüsteten wissenschaftlichen Vorposten im Meer angestellt werden. Im Mittelpunkt des Interesses der Forscher, Umweltschützer und Betreiber künftiger Offshore-Anlagen stehen zum Beispiel Details über Strömungsverhältnisse, Schiffsbewegungen, den Vogelzug und die Artenentwicklung an dem riffähnlichen Unterbau der Station.

In dem Seegebiet vor Rügen will die Offshore Ostsee Wind AG aus Börgerende in den nächsten Jahren einen Windparks mit 80 Anlagen der 3- bis 5-Megawatt-Klasse errichten. Geplant sind ferner etwa 35 Kilometer nordöstlich von Rügen der Windpark Arkonabecken Südost sowie der weltweit erste schwimmende Windpark "Ventotec Ost 2". Insgesamt hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) bislang 18 Offshore-Windparks, darunter 15 in der Nordsee genehmigt. Derzeit werden 32 Projekte für Windkraftanlagen und Stromleitungen geprüft.

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