93 gentechnikfreie Regionen

Forscher warnen vor transgenen nachwachsenden Rohstoffen

Wissenschaftler warnen vor dem Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen beim Anbau nachwachsender Rohstoffe für die Energieversorgung. Mit dem geplanten Anbau von transgenem Mais für Biokraftwerke würde der heftig umstrittenen Gentechnik das Einfallstor in die Landwirtschaft geöffnet.

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Vilm (ddp-nrd/sm) - Während die Gentechnik in der deutschen Ernährungsbranche von Produzenten und Verbrauchern weitgehend abgelehnt werde, versuche die Agrogentechnikindustrie nun vor allem mit transgenen Energiepflanzen Fuß zu fassen, sagte Guido Nischwitz, Experte für Regionalentwicklung an der Universität Bremen. Dabei werde sie vor allem von den Landesregierungen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern unterstützt.

Auf der zweitägigen Tagung des Bundesamtes für Naturschutz diskutieren Vertreter von gentechnikfreien Regionen momentan über alternative Möglichkeiten zur gentechnisch orientierten Landwirtschaft. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) werden in diesem Jahr gentechnisch veränderte Pflanzen weltweit auf 91 Millionen Hektar angebaut. Das entspreche etwa sechs Prozent der weltweiten Anbaufläche, sagte eine AbL-Sprecherin. Mit eine Anbaufläche von 970 Hektar für transgenen Mais gelte Deutschland noch als weitgehend gentechnikfrei.