Gestiegene EEG-Umlage

Forderung nach gedeckelter Vergütung für Solarstrom

Angesichts der geplanten Erhöhung der Ökostrom-Umlage für Stromkunden fordert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) von der Bundesregierung Gegenmaßnahmen. Auch der Stromanbieter Vattenfall sowie der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft sprechen sich für eine Deckelung der Förderung aus.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf/Hamburg (dapd/afp/red) - "Wenn der Markt für Solarenergie so boomt, weil er so hohe Preissteigerungen auslöst, sollte man politisch handeln", sagte die Energieexpertin des DIW, Claudia Kemfert, der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). "Entweder man kürzt die Vergütungssätze für die Photovoltaik weiter, oder man deckelt die Gesamtvergütung", sagte Kemfert.

Auch der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) fordert, die Vergütung für die Solarstromanbieter insgesamt zu deckeln. Die großen Übertragungsnetzbetreiber wollten am (heutigen) Freitag eine Anhebung der EEG-Umlage für die Stromkunden um mehr als 70 Prozent auf rund 3,5 Cent pro Kilowattstunde bekanntgeben. "Dies ist zum größten Teil auf die Nachfrage-Explosion bei Solaranlagen zurückzuführen", sagte Kemfert.

Weiterhin hat sich ein Manager des Energiekonzerns Vattenfall für Änderungen bei der Förderung erneuerbarer Energien ausgesprochen. "Denn mit zunehmenden Erzeugungskapazitäten baut sich eine irrsinnige Welle an Kosten auf, die auf uns zurollt", sagte der Hamburger Generalbevollmächtigte des Konzerns, Pieter Wasmuth, dem "Hamburger Abendblatt" von Freitag. Zu Beginn der Förderung sei es richtig gewesen, den Erbauern etwa von Solar- oder Windanlagen über 20 Jahre einen festen Preis für ihren Strom zu garantieren. "Ohne diese Unterstützung wären die Erneuerbaren Energien nicht so gut vorangekommen." Inzwischen aber berge diese Garantie eine Gefahr. Heute werde bereits mehr Strom produziert, als ins Netz eingespeist werden kann.

Die erneuerbaren Energien wie Solar- und Windstrom werden gefördert, indem die Stromnetz-Unternehmen den Anlagenbetreibern eine feste Vergütung für den Strom zahlen müssen. Finanziert wird dies aus der so genannten EEG-Umlage, deren Höhe für das kommende Jahr am Freitag offiziell bekannt gegeben werden soll. Laut Branchenkreisen wird die Umlage von derzeit etwa zwei Cent pro Kilowattstunde um mehr als 70 Prozent auf 3,5 Cent steigen. Dies dürfte zu Mehrkosten von rund 60 Euro pro Jahr für einen dreiköpfigen Durchschnittshaushalt führen. Verantwortlich für den beispiellosen Anstieg der Kosten ist der Boom bei Solarenergie Anlagen in den vergangenen Monaten. Betroffen von dem Anstieg sind alle Verbraucher, egal, aus welchen Quellen ihre Strom stammt.