Strom, Wärme, Kraftstoffe

Forderung: Europa muss Ziele für Erneuerbare Energien setzen

Die Vertreter der Erneuerbaren Energien in Europa befürchten Rückschritte bei der Politik für den Klimaschutz und fordern klare Ausbauziele für Erneuerbare Energien. Mit den in Deutschland erreichten Zielen habe die Bundeskanzlerin gute Argumente, andere EU-Länder von den Vorteilen solcher Ziele zu überzeugen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) -"Die Erneuerbaren Energien sind auf der Überholspur und die EU-Mitgliedsstaaten drohen sie auszubremsen", beschreibt die Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes Mechtild Rothe die aktuelle Debatte im Europäischen Rat. Eine Woche vor dem anstehenden EU-Frühjahrsgipfel fordert sie gemeinsam mit den europäischen Verbänden der Erneuerbaren Energien Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel auf, klare Vorgaben für alle Bereiche der Erneuerbaren Energien zu machen.

Konkret müssten die bestehenden Richtlinien für erneuerbaren Strom und Biokraftstoffe fortgeschrieben werden. "Außerdem brauchen wir eine europäische Richtlinie für Wärme und Kühlung aus Erneuerbaren Energien", so Oliver Schäfer, Direktor des Europäischen Industrieverbandes für Erneuerbare Energien EREC. Diese sei zwar schon lange ausgearbeitet, sei aber auf Grund des Drucks mehrerer Mitgliedsländer wieder in die Schublade gewandert. Offenbar wolle der Europäische Rat auch die bestehenden Richtlinien durch ein Globalziel ersetzen, gerade diese Richtlinien waren aber nach Meinung der Informationskampagne für Erneuerbare Energien die Grundlage für das dynamische Wachstum der Erneuerbaren Energien in Deutschland und einigen anderen europäischen Staaten.

Weiterer Ausbau ohne klare Ziele gefärdet

"Im vergangenen Jahr wurde in der EU mehr Kraftwerkskapazität durch Erneuerbare Energien zugebaut als Kohle-, Gas- oder gar Kernkraftwerke zusammen", so Schäfer. Mit einer Regelung, nach der nur ein Globalziel 20 Prozent Erneuerbare Energien bis 2020 ohne verbindliche Einzelziele für Strom, Wärme und Kraftstoffe beschlossen würde, wäre ein schneller Ausbau der Erneuerbaren Energien aber gefährdet.

Milan Nitzschke, Geschäftsführer des deutschen Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) erklärt, dass in Deutschlang die EU-Ziele für 2010 schon 2007 erreicht werden: "Wir werden die gesetzten 12,5 Prozent Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien und einen Anteil von 5,75 Prozent bei den Biokraftstoffen schon in diesem Jahr erreichen." Damit habe die Bundeskanzlerin gute Argumente, die anderen Mitgliedsländer "vom Vorteil klarer Ausbauziele für die einzelnen Sektoren der Erneuerbaren Energien zu überzeugen."