Marktanreizprogramm

Förderung von Solarheizungen geht weiter

Noch vor Inkrafttreten des Bundeshaushalts 2006 wird das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ab 22. März die Förderung von Solarkollektoren oder Biomassekesseln wieder aufnehmen. Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, werden die Fördersätze allerdings um 20 Prozent abgesenkt.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Das Umweltministerium stellt noch vor Inkrafttreten des Bundeshaushalts 2006 Mittel aus dem Marktanreizprogramm zur Förderung der erneuerbaren Energien bereit. Damit kann das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Kürze wieder Förderzusagen erteilen. "Wir geben der Branche ein Signal der Kontinuität und den Startschuss für umfangreiche Investitionen", kommentierte Umweltminister Sigmar Gabriel.

Damit wüden Investitionen in Höhe von etwa einer Milliarde Euro angeschoben, führte Gabriel aus. Aus den Mitteln des Marktanreizprogramms bietet das BAFA Zuschüsse beim Kauf von Solarkollektoren oder Biomassekesseln. Aufgrund der hohen Nachfrage waren 2005 die Mittel aus diesem Programm bereits im Oktober ausgeschöpft. Jetzt können auch Antragsteller, die im vergangenen Jahr deswegen keine Zusage mehr erhalten haben, ebenso wie Antragsteller aus diesem Jahr eine Förderung erhalten.

Allerdings werden die Fördersätze um 20 Prozent abgesenkt, vorallem um mehr Anlagen fördern zu können. "Entscheidend ist, dass die Branche jetzt Klarheit über die Fortsetzung des Marktanreizprogramms und die Konditionen hat. Das Programm liefert einen erheblichen und stetig wachsenden Beitrag, um den Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmemarkt zu erhöhen", erläuterte der Umweltminister.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) begrüßte die Wiederaufnahme der Bewilligungen, denn in den letzten Wochen seien beim Bundesamt für Wirtschaft in Eschborn etwa 50 000 Förderanträge zur Errichtung von Solarwärme-Anlagen eingegangen. Auf der Grundlage einer vorläufigen Haushaltsführung würden nun 45 Prozent des Fördertopfes vorab zur Verfügung gestellt, was einem Fördervolumen von 81 Millionen Euro entspreche.

Erklärtes Ziel der Solarbranche sei es, sich ab dem Jahr 2007 von den "unberechenbaren" Förderzuschüssen aus dem Bundeshaushalt unabhängig zu machen, teilte der BSW weiter mit. Ein gesetzlicher Mindeststandard zur Nutzung erneuerbarer Energien nach dem Vorbild des baulichen Wärmeschutzes oder ein Wärmegesetz nach dem Vorbild des Erneuerbaren Energien Gesetzes im Stromsektor müsse bald Abhilfe schaffen.

Übrigens: Vom aktuellen Bewilligungsstopp nicht betroffen sind Solarstromanlagen (Photovoltaik). Sie werden seit dem Jahr 2000 nicht mehr aus dem Bundeshaushalt, sondern gesetzlich per Umlagefinanzierung durch alle Stromkunden finanziert.