Unterstützung vom Staat

Förderprogramme zur energetischen Modernisierung von Immobilien

Wer sich um eine bessere Energiebilanz seiner Immobilie bemüht, wird vom Staat unterstützt. Dazu können zahlreiche Förderprogramme von Bund, Ländern, Kommunen und Energieversorgern in Anspruch genommen werden. Gefördert werden u.a. die energetische Modernisierung sowie die Nutzung erneuerbarer Energien.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp.djn/sm) - Die Förderung erfolgt im Allgemeinen in Form von Zuschüssen zu den Investitionskosten oder mit zinsgünstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die in den meisten Fällen von privaten Bauherren bei ihrer jeweiligen Hausbank beantragt werden können.

Förderung vor Baubeginn beantragen

Wichtig ist, dass die KfW-Fördermittel vor Beginn der Modernisierungs- oder Sanierungsmaßnahmen beantragt werden müssen. Nicht mehr gefördert werden in der Regel solche Vorhaben, die schon vor der Antragsstellung in Angriff genommen wurden. Ein Rechtsanspruch auf eine Förderung besteht nicht. Eine Ausnahme sei die Einspeisevergütung über das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) und das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK-Gesetz).

Geld für Kraftwärme-Kopplung

Zuschüsse gibt es auch vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Ein Zuschuss für Mini-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen kann beispielsweise ab 1. September 2008 beantragt werden.

Eine Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu 50 Kilowatt ist möglich, seitdem am 1. Juli 2008 die Richtlinie zur Förderung von Mini-KWK-Anlagen in Kraft getreten ist. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der maximalen elektrischen Leistung der Anlage und den geplanten Vollbenutzungsstunden. Eine extra Bonusförderung wird für Anlagen mit besonders geringen Schadstoffemissionen gewährt.

Förderung für Heizung erweitert

Die Förderung des Einbaus von moderneren Heizungsanlagen wurde verlängert und erweitert. Zur bestehenden Förderung von Solarkollektoren erhalten Investoren bis Ende 2009 zusätzlich einen Bonus, wenn der alte Heizkessel gleichzeitig durch einen Öl- oder Gasbrennwertkessel ausgetauscht wird.

Bei der Kombination von Kesseltausch mit Solarkollektoren zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung beträgt die Förderung 750 Euro und in der Kombination von Kesseltausch mit Solarkollektoren zur alleinigen Warmwasserbereitung 375 Euro.

Zuständig ist das Förderprogramm "Nutzung erneuerbare Energien im Wärmemarkt". In diesem Jahr stehen dafür 350 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung, bis zu 500 Millionen Euro sind es im kommenden Jahr. Der Antrag auf eine BAFA-Förderung muss nach dem Einbau, spätestens jedoch bis zum 31. Dezember 2009, gestellt werden. Nähere Informationen dazu sind im Internet unter bafa.de erhältlich.

Der Staat beteiligt sich zusammen mit der Solarförderung (je Quadratmeter Kollektorfläche bis zu 105 Euro, mindestens 410 Euro) und der steuerlichen Geltendmachung der handwerklichen Lohnkosten (Maximalerstattung 600 Euro) zu fast einem Fünftel an der Investitionssumme. Das errechnete das Institut für wirtschaftliche Ölheizung (IWO) für eine sparsame Brennwertheizung mit einer zwölf Quadratmeter großen Solaranlage.

Klima-Prämien für besonders effiziente Heizungen

Die Fördermöglichkeiten sind damit jedoch noch nicht ausgeschöpft. Denn für energiesparende Heizungskomponenten sind "Klima-Prämien" vorgesehen. Wenn beispielsweise besonders effiziente Solarpumpen eingebaut werden, wird vom Staat ein Zuschuss von 50 Euro je Pumpe gezahlt. Für eine verbrauchsarme Umwälzpumpe mit dem Energielabel der Klasse A bekommt man eine Förderung von 200 Euro. Voraussetzung ist allerdings, dass ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage durchgeführt und vom Fachhandwerker bestätigt werden muss.

Auch Energieberatung wird bezuschusst

Erst kürzlich erhöhte die Bundesregierung die staatliche Förderung für die professionelle Energieberatung durch Architekten und Ingenieure. Um Strom- und Heizkosten zu reduzieren, wurden die staatlichen Zuschüsse für die Beratung bei Ein- und Zweifamilienhäusern von 175 auf 300 Euro angehoben.

In Verbindung mit einem Vor-Ort-Gutachten wird nun auch eine Stromsparberatung mit 50 Euro gefördert. Neu ist auch der Zuschuss für Thermografiegutachten in Höhe von 150 Euro. Energetische Schwachstellen in der Gebäudehülle werden dabei von speziellen Wärmebildkameras aufgedeckt.

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