Sinkende Vergütungen

Förderpläne: Röttgen Hand in Hand mit der Solarwirtschaft

Trotz der neuen Kürzung der Solarstrom-Subventionen hat Umweltminister Norbert Röttgen die Förderung grundsätzlich gegen Kritik verteidigt. "Wir wollen eine verlässliche Entwicklung der Photovoltaik", sagte der Minister am Donnerstag bei der offiziellen Vorstellung der Pläne für eine vorgezogene Förderkürzung.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - "Wenn man die Belastung der Verbraucher unter Kontrolle halten und die Solarenergie weiter ausbauen will, dann ist das richtige Weg."

Röttgen stellte am Donnerstag gemeinsam mit dem Branchenverband Solarwirtschaft (BSW Solar) Pläne vor, nach denen die sogenannte Einspeisevergütung abhängig vom weiteren Zubau an Solaranlagen schon zum 1. Juli erneut sinken soll - um bis zu 15 Prozent. An den Plänen war bereits im Vorfeld die Kritik laut geworden, die Kürzung sei nicht ausreichend.

BSW-Solar-Chef Günther Cramer sagte, die EEG-Umlage müsse "in den kommenden Jahren in einem vertretbaren Rahmen gehalten werden", um die Akzeptanz der Solarförderung zu erhalten. Bislang sei die Industrie aber "noch nicht wirtschaftlich" und benötige die Förderung deshalb. "Wir wollen in die Wirtschaftlichkeit, wir wollen in die Wettbewerbsfähigkeit", sagte Cramer. "Dazu brauchen wir noch einige Jahre einen stabilen deutschen Markt.

Strom aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse zu gewinnen ist bislang teurer als die Produktion mit Kohle oder Atomkraft. Damit die erneuerbaren Energien sich trotzdem durchsetzen, werden sie gefördert. Für jede Kilowattstunde, die ins deutsche Netz gelangt, erhält der Produzent eine sogenannte Einspeisevergütung. Sie wird über die sogenannte EEG-Umlage finanziert, die alle Stromkunden über die Stromrechnung zahlen.

Die Förderung von Solarenergie macht derzeit einen großen Teil der staatlichen Förderung aus, trägt aber relativ wenig zur Stromproduktion bei. Nun soll die Vergütung für Solarstrom schon ab Juli und nicht erst ab 2012 weiter gesenkt werden. Je nachdem, wie stark die Solarenergie in den nächsten Monaten ausgebaut wird, kann die Senkung um bis zu 15 Prozent betragen. Zum Jahreswechsel sollen demnach weitere neun Prozent hinzukommen.