Strategiespiele

Flexstrom ist angeblich an Teldafax interessiert (Upd.)

Am Mittwoch hatte das Handelsblatt über eine Verschuldung und möglicherweise drohende Insolvenz von Teldafax berichtet. Nun hat Konkurrent Flexstrom Interesse an einer Übernahme seines Rivalen signalisiert. Teldafax bestreitet weiterhin jegliche finanziellen Probleme, obgleich neue Gerüchte aufgekommen sind.

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Düsseldorf (red) - Sowohl Flexstrom als auch Teldafax sind konzernunabhängige Stromanbieter und konkurrieren mit niedrigen Preisen sowohl untereinander als auch mit örtlichen Versorgern und Stadtwerken. "Wir stünden bereit, Teldafax Energy und deren Kunden sowie die Mitarbeiter zu übernehmen", sagte Flexstrom-Vorstandschef Robert Mundt dem Handelsblatt: "In den kommenden Tagen wollen wir ausloten, ob wir ein Angebot unterbreiten können."

Das Angebot sei ernst gemeint. Man sei ohnehin auf der Suche nach Zukäufen und habe bereits versucht, mit den Aktionären und dem Management von Teldafax Kontakt aufzunehmen. Mundt betont jedoch, die Lage von Teldafax zunächst ausführlich analysieren zu wollen. Blauäugig sei man schließlich nicht. Inwieweit die vorgebliche Offerte von Flexstrom lediglich als strategische Retourkutsche einzuschätzen ist, werden die nächsten Tage zeigen.

Russischer Investor ebenfalls ein möglicher Käufer

Flexstrom hat laut Mundt "in den vergangenen zwei Jahren schwarze Zahlen geschrieben", während Teldafax für diesen Zeitraum keine testierten Bilanzen vorweisen kann. Für das kommende Jahr hat jedoch auch Teldafax angekündigt, erstmals Gewinne einfahren zu können. Nach eigenen Angaben ist Teldafax in "fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem internationalen strategischen Investor". Ein russisches Unternehmen soll die Übernahme anstreben, in trockenen Tüchern ist indes noch nichts.

Neue Branchengerüchte

Am späten Donnerstagabend berichtete die "Financial Times Deutschland" ohne detaillierte Quellennennung, dass "zahlreiche Netzbetreiber" auf Vorkasse pochen würden, wodurch die Liquidität im zweistelligen Millionenbereich tangiert werde. Für das Neukundengeschäft sind die derzeitigen Branchengerüchte ohnehin Gift.