Betrugsversuch

Fingierte Stromrechnungen in Millionenhöhe eingefordert

Der versuchte Betrug mit fingierten Stromrechnungen einer so genannten Stadtwerke GmbH hat größere Ausmaße als bislang angenommen. In den vermeintlichen Rechnungen war der Eindruck erweckt worden, Stromkunden müssten hohe Nachzahlungen leisten. Insgesamt seien rund zwei Millionen Euro eingefordert worden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Bielefeld/Detmold (dapd/red) - Das in Bielefeld erscheinende "Westfalen-Blatt" (Freitagsausgabe) berichtete, nach Angaben der Staatsanwaltschaft Detmold seien im Oktober rund 4.500 Rechnungen mit Überweisungsformularen verschickt worden. Der bislang unbekannte Betrüger habe in der vermeintlichen Stromrechnung Nachzahlungen in Höhe von jeweils 600 bis 1.200 Euro verlangt.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Detmold bestätigte auf dapd-Anfrage das Ausmaß des Betrugs. Insgesamt seien bundesweit rund zwei Millionen Euro eingefordert worden. Da der Schwindel allerdings frühzeitig entdeckt und die eingerichteten Konten gesperrt wurden, sei kein Schaden entstanden. Das Geld von 30 Betroffenen, die bereits gezahlt hatten, wurde zurücküberwiesen.

Vor rund drei Wochen hatte sich nach Bekanntwerden des Falles ein 39-jähriger Mann der Polizei gestellt. Dabei handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft allerdings nicht um den Täter. Der Mann habe angegeben, den Betrüger im Urlaub kennengelernt und ihm zwei Konten zur Verfügung gestellt zu haben. Dafür sei ihm eine Provision versprochen worden. Über die Konten hätten eigentlich Handelsgeschäfte aus dem Ausland abgewickelt werden sollen. Eine genaue Beschreibung des Täters liege den Ermittlern vor, hieß es. In den kommenden Tagen werde ein Phantombild veröffentlicht.