Prüfzertifikat

Fessenheim-Reaktor vom Netz: Fragliches Bauteil im Dampfgenerator

Ein Reaktor im AKW Fessenheim muss vorerst vom Netz genommen werden, weil in den Unterlagen zu einem Dampfgenerator Unregelmäßigkeiten entdeckt wurden. Ein Duplikat des fraglichen Teils wird derzeit untersucht.

Zählrohr© djama / Fotolia.com

Fessenheim - Die französische Atomaufsicht ASN hat wegen Unregelmäßigkeiten ihr Prüfzertifikat für ein Teil eines Dampfgenerators im Atomkraftwerk Fessenheim aufgehoben. Der Hersteller Areva sprach von einer Abweichung von den Herstellungsstandards. Solange das Prüfzertifikat ausgesetzt sei, müsse der Dampfgenerator und damit der Reaktor stillgelegt bleiben, teilte die ASN am Dienstag mit. Der betroffene Reaktor 2 des Kraftwerks direkt an der deutschen Grenze war bereits Mitte Juni für Untersuchungen heruntergefahren worden.

Areva: Eigenschaften des Dampfgenerators werden geprüft

Die Behörde wartet nun auf einen Nachweis von Areva, dass der Dampfgenerator den Regeln entspricht. Das Unternehmen teilte mit, dass technische Analysen bislang keine Gefahr für die Betriebssicherheit festgestellt hätten. Es sei aber bereits ein gleiches Teil hergestellt worden, um seine mechanischen und chemischen Eigenschaften zu überprüfen.

Untersuchung ergab Unregelmäßigkeiten in Unterlagen des Schmiedwerks

Das fragliche Teil des Generators wurde 2008 im Areva-Schmiedwerk Creusot Forge hergestellt. Dort war der Reaktorbehälter für den im Bau befindlichen Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) von Flamanville hergestellt worden, bei dem Anomalien entdeckt wurden.

Bei einer daraufhin angestoßenen Überprüfung wurden Unregelmäßigkeiten in Unterlagen zu Hunderten Bauteilen entdeckt, von denen ein Teil in Atomkraftwerken verbaut ist.

Quelle: DPA