AKW Penly

Fehlersuche nach Zwischenfall in französischem AKW

Nach dem Zwischenfall im Atomkraftwerk Penly im Norden Frankreichs hat der Stromkonzern EDF am Samstag die Suche nach den Fehlern vorbereitet. Am Freitag war der Austritt radioaktiven Wassers gestoppt worden. Am Donnerstag war der Meiler automatisch abgeschaltet worden.

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Paris (AFP/red) - Der Reaktor sei heruntergefahren worden und befinde sich nun im Zustand der Kaltabschaltung, um bei normalem Druck in den Primärkreislauf vordringen zu können, teilte ein EDF-Sprecher mit. Der Eingriff werde präzise vorbereitet, um eine optimale Sicherheit zu garantieren.

Brennende Ölpfützen im AKW

Das Atomkraftwerk in der Normandie war nach dem Zwischenfall am Donnerstag automatisch abgeschaltet worden. Die Feuerwehr musste anrücken, um an zwei Stellen brennende Ölpfützen im Reaktorgebäude des Blocks 2 der Atomanlage zu löschen. Später teilte EDF mit, dass auch radioaktives Wasser ausgetreten sei.

Der Zwischenfall wurde von der Atomaufsicht vorerst auf der ersten von sieben möglichen Stufen eingeordnet. Das radioaktive Wasser, das an der Dichtung der Pumpe im Primärkreislauf zur Kühlung des Reaktors ausgetreten war, blieb innerhalb der Anlage. Der Stromkonzern versicherte, dass es "keine Auswirkungen auf die Umwelt" gegeben habe. Industrieminister Eric Besson sprach von einem "kleineren Zwischenfall", der keine "besondere Besorgnis" auslösen müsse. Solche Vorfälle gebe es in industriellen Anlagen häufiger.

Frankreich bezieht überwiegend AKW-Strom

Das Atomkraftwerk Penly am Ärmelkanal besteht aus zwei Reaktorblöcken. Daneben ist auch ein neuer EPR-Druckwasserreaktor geplant. Frankreich bezieht vier Fünftel seines Stroms aus Atomkraftwerken und hält auch nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima an der Kernkraft als Hauptenergiequelle fest.

Im AKW Saint-Laurent-des-Eaux im zentralfranzösischen Departement Loir-et-Cher kam es am Donnerstag ebenfalls zur Abschaltung eines der beiden Reaktoren. Dort war laut EDF ein Wassersensor gestört. Es handele sich um ein "kleineres Problem", der Reaktor solle am Freitag wieder hochgefahren werden. Erst im September war in der südfranzösischen Atomanlage Marcoule ein Ofen in einer Verbrennungsanlage explodiert. Dabei war ein Arbeiter ums Leben gekommen, vier weitere wurden verletzt.

Quelle: AFP