Höhere Kosten als im Vorjahr

Fehler in der Stromrechnung: Nicht ungeprüft beiseite legen

Verbraucher sollten ihre Stromrechnung nicht ungeprüft zu den Akten legen. Denn Energieversorger machen bei ihren Abrechnungen mitunter gravierende Fehler. Laut dem Bund der Energieverbraucher ist Misstrauen angebracht, wenn die Stromrechnung die Vorjahressumme beträchtlich übersteigt.

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Berlin (ddp.djn/sm) - Um möglichen Ursachen des Mehrverbrauchs auf die Spur zu kommen, raten die Verbraucherschützer, den Energieverbrauch regelmäßig zu überprüfen und die Zählerstände zu notieren. Außerdem sollte die Jahresrechnung nachgerechnet werden, bei Bedarf auch mit Hilfe von Experten. Allerdings fällt die Stromrechnung in diesem Jahr in der Regel wegen der gestiegenen Strompreise höher aus als im Vorjahr.

Werden Unstimmigkeiten entdeckt, sollte die Rechnung reklamiert werden. In diesen Fällen wird geraten, die Rechnung mit einem entsprechenden Kommentar zurückzusenden. Laut "Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung von Tarifkunden" müssen offensichtlich falsche Stromrechnungen nicht bezahlt werden, betonen die Verbraucherschützer.

Die am meisten verbreiteten Fehlerquellen in der Stromrechnung hat der Bund der Energieverbraucher aufgelistet. Demnach kann es mitunter vorkommen, dass eine Rechnung falsch adressiert ist. Der Verbraucher bekommt sie zugeschickt, obwohl er gar kein Kunde bei dem betreffenden Stromversorger ist. Oder er hat längst seinen Stromanbieter gewechselt und soll trotzdem noch an den alten zahlen.

Schwieriger ist es dagegen, Abrechnungsfehler aus der Welt zu schaffen. Oft werden die Zählerstände falsch abgelesen, entweder vom Energieversorger oder vom Verbraucher selbst. Auch kommt es immer wieder vor, dass Zahlen vertauscht oder falsch übermittelt werden. Sind die Zählerstände auf der Rechnung korrekt vermerkt, die Abrechnung stimmt aber nicht, hat meist der Energieversorger etwas falsch gemacht. Entweder weist das Abrechnungsprogramm einen Fehler auf oder es gibt manuelle Bedienfehler.

Sehr selten kommen fehlerhafte Abrechnungen durch defekte Stromzähler zustande. Wer so etwas vermutet, kann veranlassen, dass der Zähler überprüft wird. Stellt sich aber heraus, dass der Zähler einwandfrei arbeitet, muss der Verbraucher die Prüfung bezahlen. Übrigens beträgt die Eichgültigkeitsdauer eines neuen Stromzählers 16 Jahre. Danach kann die Eichdauer um weitere fünf Jahre verlängert werden, wenn vom Versorgungsunternehmen eine Stichprobe von Zählern vorgenommen wurde und der Messwert nicht mehr als drei bis vier Prozent vom richtigen Wert abweicht.

Auch beim Anbieterwechsel können Unstimmigkeiten auftreten, erläutert der Verband weiter. So häufen sich bei der Verbraucherzentrale Hamburg zurzeit Fälle, in denen der alte Anbieter den bisherigen Verbrauch falsch angibt und Nachforderungen erhebt. Er darf ihn schätzen, wenn der Kunde beim Wechsel nicht von sich aus den Zählerstand ermittelt und dem Versorger mitteilt. Diese Schätzungen fallen meist eher zu hoch als zu niedrig aus. Die Verbraucherschützer raten Kunden deshalb, dem Versorger schon bei der Kündigung den aktuellen Zählerstand mit dem genauen Datum mitzuteilen.