Greenwashing

Fehlende Standards bei Ökostrom verwirren Verbraucher

Laut einer repräsentativen Studie denken 15 Prozent der Deutschen, dass sie grünen Strom beziehen. Tatsächlich nutzen aber nur fünf Prozent der deutschen Haushalte Ökostrom. Das Fehlen verbindlicher Standards auf dem Ökostrom-Markt lässt die Stromkunden verwirrt zurück.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Nürnberg (red) - In einer repräsentativen Umfrage von Immowelt.de haben 15 Prozent der Befragten angegeben, bereits umweltfreundlichen Strom zu beziehen. Allerdings haben laut Angaben der Stromanbieter erst fünf Prozent der deutschen Haushalte einen Ökostrom-Vertrag abgeschlossen.

Begriff Ökostrom nicht geschützt

Die Gründe für den großen Unterschied zwischen tatsächlichen Ökostrom-Kunden und solchen, die sich dafür halten, liegen offenbar vor allem im fast undurchschaubaren Anbieterdschungel. Da die Bezeichnung Ökostrom nicht gesetzlich geschützt ist, werben einige kleinere und größere Versorger mit teils irreführenden Bezeichnungen.

Normaler Strom wird zu Ökostrom

Für Verwirrung sorgen auch Meldungen von Stadtwerken, dass gesamte Ortsnetze auf Ökostrom umgestellt würden. Hier versteckt sich hinter den Versprechungen häufig nur ein Verschiebegeschäft mit sogenannten Zertifikaten. Hierdurch ist es möglich, konventionell erzeugten Strom zu Ökostrom umzuetikettieren, indem Zertifikate von ausländischen Wasserkraftwerken gekauft werden - völlig legal, aber ohne Auswirkungen auf den deutschen Strom-Mix. Für die repräsentative Studie wurden im Januar 2010 gut tauesnd Personen befragt.