FEDV: Strommarktliberalisierung vor dem Ende?

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
Klare Worte vom Freien Energiedienstleister Verband (FEDV), der seine düstere Prognose bewahrheitet sieht: EEG und KWK-Abgaben würden von den Ex-Monopolisten dazu missbraucht, mögliche Preisreduzierungen für Privathaushalte zu verhindern. Das zeige sich besonders dadurch, dass bundesweit Preiserhöhungen bekannt gegeben werden. Dazu hätten Aussagen der Großversorger wie der RWE im Tenor: "Die Talsohle der Strompreise ist durchschritten" vor Monaten das entsprechende Signal gegeben. Während der Verband der Deutschen Elektrizitätswirtschaft (VDEW) fragwürdige Erfolgsmeldungen zu Preissenkungen veröffentlichte, spreche eine Studie des Statistischen Bundesamtes von einer Verbilligung des Stroms von zwei Prozent für Privat- und 50 Prozent für Gewerbekunden.


"Die Blockadepolitik der Ex-Monopolisten, insbesondere der Mitglieder des Verbandes der kommunalen Unternehmen (VKU), und deren überhöhte und quersubventionierende Netznutzungsentgelte sowie die Trägheit und Ignoranz des wirtschaftspolitisch Verantwortlichen bringen die Liberalisierung des Strommarktes und damit die Angebotsvielfalt quasi zum Erliegen", zeigt sich der Vorsitzende des FEDV und Vorstand des Kölner Stromanbieters KaWatt Robert-H. Kyrion enttäuscht. Durch diesen Umstand würden bedauerlicherweise auch viele der geschaffenen und hochqualifizierten Arbeitsplätze massiv gefährdet und weitere Preisreduzierungen für Privathaushalte verhindert, klagt Kyrion weiter.


Der FEDV fordert deshalb weiterhin, dass die Politik eine fehlende Rechtsordnung festlegt und regulierend in den Energiemarkt eingreift. Die Dringlichkeit haben einige Strom-Newcomer wie die Riva Energie oder die ares Energie erst kürzlich deutlich gemacht: Sie legten dem Bundeskartellamt eine unabhängige Studie vor, welche überhöhte Netznutzungsentgelte nachweist. Sollte die Politik nicht bald handeln, gäbe es vermutlich bald keine freie Wahl des Stromanbieters mehr, so Kyrions bittere Zukunftsprognose.