"Überfordert"

FDP und Grüne fordern Trauernichts Rücktritt

FDP und Grüne in Schleswig-Holstein fordern Sozialministerin Trauernicht zum Rücktritt auf. Sie habe im Zusammenhang mit den Zwischenfällen im AKW Krümmel die gesamte staatliche Atomaufsicht in Deutschland in Verruf gebracht, sagte der FDP-Landesvorsitzende Jürgen Koppelin der Zeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe).

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Berlin (ddp-nrd/sm) - Die Ministerin habe mehrfach bewiesen, dass sie überfordert sei, so Koppelin weiter. Schon der Atomkraftwerksbetreiber Vattenfall habe zu lange gezögert, die für Informationspannen Verantwortlichen aus dem Verkehr zu ziehen. Diesen Fehler dürfe die SPD nicht wiederholen. "Unsichere Kraftwerke und unzuverlässige Atomminister gehören gleichermaßen abgeschaltet", sagte er. Hintergrund der Kritik ist, dass Trauernicht detaillierte Informationen von Vattenfall über den Transformatorenbrand in Krümmel am 28. Juni fünf Tage zurückgehalten haben soll.

Die Grünen forderten von Trauernicht eine vollständige Aufklärung. "Falls die Kieler Sozialministerin den Landtag und die Bevölkerung nicht richtig informiert hat, muss sie zurücktreten", sagte der Grünen-Energieexperte Hans-Josef Fell dem Blatt. Künftig müsse garantiert werden, dass Behörden und Betreiber die Öffentlichkeit zeitnah und korrekt mit Informationen versorgen.