Dritter Weg doch akzeptabel

FAZ: Energiekonzerne werden wohl nicht aufgespalten

In der Debatte über eine stärkere Trennung von Energieerzeugung und Netzbetrieb bewegt sich die Europäische Kommission offenbar auf die Bundesregierung zu. So lehne die Behörde den von Deutschland und sieben weiteren Staaten angeregtem "Dritte Weg" nicht mehr strikt ab.

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Frankfurt/Main (ddp.djn/sm) - Wie aus einem Papier der EU-Behörde hervorgehe, stelle sich die Kommission nicht mehr strikt gegen "dritten Weg" zur Schaffung von mehr Wettbewerb auf dem Energiemarkt, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". In der derzeitigen Form sei das Konzept indes nicht akzeptabel.

Ursprünglich sah die Kommission die Alternative zwischen zwei Modellen vor: der eigentumsrechtlichen Trennung von Energieproduktion und Netz oder der Übertragung der Überlandnetze an einen unabhängigen Betreiber. Dem Blatt zufolge solle so verhindert werden, dass der Mutterkonzern der Konkurrenz den Marktzugang erschwere.

Deutschland, Österreich, Frankreich und andere Länder halten eine Aufspaltung für überzogen und plädieren für eine rechtliche, personelle und räumliche Trennung von Netzbetreiber und Produktion innerhalb von Konzernen. Im Januar hatten sie den Angaben zufolge ein eigenes Konzept für eine stärkere Marktöffnung vorgelegt, das außerdem Beschränkungen bei der Wahl und bezüglich der Unabhängigkeit des Vorstandsvorsitzenden vorsieht.

Die Kommission knüpft die Zustimmung zu diesem Konzept laut Zeitung jetzt an weitere Auflagen. Eine Entscheidung solle noch in dieser Woche fallen.