Begehrlichkeiten

Fast zwei Drittel fordern: AKW schnellstmöglich vom Netz

Einer aktuellen Emnid-Umfrage zufolge sind 63 Prozent der Bevölkerung gegen die von Schwarz-Gelb geplante Laufzeitverlängerung der Atommeiler. Falls die Laufzeiten doch verlängert werden sollten, möchte auch das Heizungsbauerhandwerk ein Stückchen vom Kuchen abhaben.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Sankt Augustin (red) - Die Mehrheit der Deutschen möchte den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomenergie. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Emnid-Umfrage im Auftrag des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK).

Im Fall einer Laufzeitverlängerung fordern 30 Prozent der Bevölkerung eine direkte Unterstützung von Energieeinsparvorhaben privater Immobilien-Besitzer aus den zusätzlichen Gewinnen der Kraftwerksbetreiber. Die Mehrheit der Befragten spricht sich für die Weiterentwicklung und Erforschung erneuerbarer Energien durch die Industrie aus.

Für Elmar Esser, den Hauptgeschäftsführer des ZVSHK, bestätigt das Umfrageergebnis die Forderung des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks, bei der anstehenden Ausgestaltung eines nationalen Energiekonzeptes den Strom- und Wärmemarkt gleichwertig zu behandeln. Der ZVSHK plädiert als Interessenvertretung von 50.000 Handwerksbetrieben für die Einrichtung eines Effizienzfonds, aus dem zukünftig die finanziellen Mittel für wärme- und energiesparende Maßnahmen gewonnen werden sollen.

Das Fondsmodell sieht unter anderem vor, sanierungswilligen Hausbesitzern ein Effizienzdarlehen zu gewähren. Ähnlich dem Bafög-Modell wären die Modernisierer verpflichtet, die eingesparten Energiekosten über einen festzulegenden Zeitraum an den Fonds zurückzuzahlen. Zur finanziellen Grundausstattung sollen nach Vorstellung des ZVSHK unter anderem Teile der zu erwartenden Gewinne aus einer möglichen Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke genutzt werden.