Verkehrsmittel

Fahrgastverbände: Energiekosten rechtfertigen höhere Bahnpreise nicht

Die ab Sonntag wirksame Preiserhöhung der Deutschen Bahn ist nach Ansicht von Fahrgastverbänden nicht gerechtfertigt. "Die Bahn macht im Fernverkehr trotz hoher Energiepreise inzwischen keinen Verlust mehr", monierte der Verkehrsclub Deutschland (VCD).

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Berlin (ddp/sm) - Die Deutsche Bahn wird ihren Energieverbrauch für die Fahrleistung seit 1990 zum Jahresende um rund ein Viertel verringert haben. Das kündigte das Unternehmen am Donnerstag in seinem sechsten Umweltbericht an. Wesentliche Stellhebel dafür seien der verstärkte Einsatz moderner, umweltfreundlicher Fahrzeuge, die gesteigerte Auslastung der Züge sowie eine energiesparende Fahrweise der Triebfahrzeugführer.

Auch in Zukunft wolle "das umweltfreundlichste Verkehrsmittel Bahn" bei jedem gefahrenen Kilometer weniger Energie verbrauchen, weniger Schadstoffe und weniger Lärm verursachen, betonte Bahnchef Hartmut Mehdorn. Dafür seien aber auch faire Wettbewerbsbedingungen nötig. Momentan zahle die Bahn jährlich knapp 200 Millionen Euro Ökosteuer, während Flugzeug und Binnenschiff komplett davon befreit seien. Hinzu komme, dass die Bahn als einziger Verkehrsträger substanziell vom Emissionshandel betroffen sei. Dieser führe zu Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe bei der Strombeschaffung.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierte am selben Tag die Preissteigerungen im Nah- und Fernverkehr zum Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag um rund drei Prozent. Diese seien "unbegründet und falsch", erklärte VCD-Bundesvorsitzender Michael Gehrmann. Im Sommer habe die Bahn die Fahrpreiserhöhungen mit steigenden Energiekosten begründet. Doch trotz höherer Ausgaben für Energie mache sie im Nahverkehr steigende Gewinne und schreibe selbst beim Fernverkehr inzwischen schwarze Zahlen.

Bundesweit zeige sich, dass Bahnen und Busse von den gestiegenen Benzinpreisen profitieren, weil mehr Menschen ihr Auto stehen lassen und auf umweltschonende Verkehrsmittel umsteigen, fuhr er fort. Die Bahn sollte daher "auf die Preiserhöhung verzichten und sich als kostengünstige Alternative zum Auto profilieren", fordert Gehrmann.