Bilanz

ExxonMobil: Ölpreisanstieg verändert Verbraucherverhalten

Nach vorläufigen Berechnungen von ExxonMobil (Hamburg) wird der deutsche Primärenergieverbrauch im Jahr 2005 mit knapp 491 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um etwas mehr als ein Prozent unter dem Verbrauch im Jahr 2004 liegen.

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Hamburg (red) - Angesichts des um 0,8 Prozent preisbereinigt gestiegenen Bruttoinlandsprodukts sei diese Entwicklung ein weiterer Beweis für die ungebrochene Verbesserung der Energieeffizienz in Deutschland, teilte der Mineralölkonzern in dieser Woche mit.

Den Zahlen zufolge bleibt Mineralöl mit 36 Prozent der unangefochten wichtigste und flexibelste Energieträger, verbuchte mit einem Minderabsatz von fast drei Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten aber den größten Anteil am Rückgang. Der in den vergangenen Jahren teils stürmische Zuwachs beim Erdgas sei zum Stillstand gekommen: Mit 110,4 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten blieb der Gasabsatz unverändert, was bei sinkendem Gesamtprimärenergieverbrauch einen prozentualen Anstieg auf 22,7 Prozent bedeute.

Der Abbau von Subventionen bei Steinkohle schlug mit einem Rückgang von 0,3 Prozent auf 13,1 Prozent des Primärenergieverbrauchs zu Buche. Dagegen hätten die außerordentlich hohen Subventionen für Windkraft zu einem Zuwachs von 7,1 Prozent für Wasser- und Windkraft geführt. Insgesamt leisten sie jedoch mit einem Anteil von 1,2 Prozent am Primärenergieaufkommen Deutschlands nur einen geringen Beitrag, teile ExxonMobil weiter mit.

Der Gesamtabsatz von Mineralölprodukten im Inland verringerte sich währenddessen um zwei Prozent auf 111,3 Millionen Tonnen. Der stärkste Rückgang fand beim Ottokraftstoff statt, dessen Konsum um fast 1,5 Millionen Tonnen beziehungsweise sechs Prozent zurückging. Einen besonderen Einfluss hatte der Preisanstieg bei Heizöl, dessen Absatz um 1,6 Prozent auf 25 Millionen Tonnen zurückging.

Deutschland hat mit 111,7 Millionen Tonnen etwa 1,5 Prozent mehr Öl importiert als im Vorjahr. Während der Beitrag des mit Abstand größten Lieferanten, der GUS, beinahe unverändert blieb, sank der norwegische Anteil um fast fünf Millionen Tonnen auf 16,9 Millionen Tonnen. Die Erhöhung des britischen Anteils um 1,5 Millionen Tonnen auf 14,5 Millionen konnte nicht verhindern, dass der Nordseebeitrag um 3,3 Millionen Tonnen auf 33,4 Millionen Tonnen sank. Wegen der hohen Preise blieb auch die Inlandsförderung trotz der hohen Kosten und der weitgehend erschöpften Felder etwa auf Vorjahreshöhe.