Schätzung

Exporteure rechnen mit 15 Prozent höheren Ölpreisen

Seit dem Tiefststand von 34 Dollar pro Barrel im ersten Quartal 2009 ist der Ölpreis immer weiter gestiegen. Laut Prognosen der drei Ölexporteure Saudi-Arabien, Russland und Mexiko - deren Vorhersagen in der Vergangenheit sehr treffsicher waren - wird dieser Trend auch 2012 anhalten. Rund 15 Prozent höhere Preise werden erwartet.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

München/Amsterdam (red) - Die Exporteure gehen für dieses Jahr von einem durchschnittlichen Preis von rund 111 Dollar pro Barrel Rohöl aus, was einer Steigerung von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das ist das Ergebnis der Analyse "What best performing forecasters think" von Roland Berger Strategy Consultants.

Anfang letzten Jahres stieg der Ölpreis aufgrund des "Arabischen Frühlings" auf über 100 Dollar. Über das Gesamtjahr lag der Preis dann bei durchschnittlich 95 Dollar pro Barrel. Das entsprach einer Preissteigerung um rund 20 Prozent gegenüber 2010. Heute kostet ein Barrel Rohöl rund 100 Dollar. Doch Saudi-Arabien, Russland und Mexiko erwarten auch für 2012 eine starke Preissteigerung: Ihre Prognosen liegen zwischen 97 und 120 Dollar.

Zuverlässigkeit der Schätzungen

Daraus ergibt sich für 2012 ein Durchschnittspreis von 111 Dollar pro Barrel Rohöl. Anders als in den Vorjahren klaffen die Preisprognosen der Länder in diesem Jahr allerdings weit auseinander. Die prognostizierten Ölpreise wichen im Vorjahr im Durchschnitt um 17 Prozent vom tatsächlichen Preis ab. Bezogen auf den gesamten Betrachtungszeitraum 1999 bis 2011 erwiesen sich immerhin die Preiserwartungen von Mexiko, Saudi-Arabien und Russland als die zuverlässigsten Gradmesser für den Rohölpreis. Ihre Prognosen wichen durchschnittlich nur um 9,3 Prozent vom tatsächlichen Ölpreis ab.

Die Schätzungen der Warenterminbörse NYMEX und renommierter Institute wie der EIA und der International Energy Agency (IEA) verzeichneten hingegen durchschnittliche Abweichungen von fast 23 Prozent.