Höhere Strompreise

Expertin: Stromkonzerne nutzen Aufsichtslücke für Preiserhöhungen

Der Wegfall der staatlichen Preisaufsicht ist nach Ansicht von Energieexpertin Claudia Kemfert der eigentliche Grund für die zum 1. Juli angekündigten Preiserhöhungen vieler Stromversorger. Eine "vernünftige Begründung" für die Anhebungen gebe es nicht.

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Köln (ddp/sm) - Die Erhöhung der Strompreise durch viele Versorger zum 1. Juli ist nach Ansicht der Energieexpertin Claudia Kemfert ein Ergebnis des Wegfalls der staatlichen Preisaufsicht zu diesem Termin. Das Kartellamt könne noch nicht durchgreifen, da das von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) auf den Weg gebrachte Gesetz erst später in Kraft tritt, sagte die Wissenschaftlerin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin".

Die Unternehmen nutzten die dadurch entstehende Lücke aus und trieben die Preise nach oben, sagte Kemfert. Eine vernünftige Begründung für die Preisanhebungen gebe es nicht. Begünstigt würden diese auch durch den immer noch fehlenden Wettbewerb auf dem Strommarkt.

Die Kartellrechtsnovelle soll erst 2008 in Kraft treten. Dann müssen die Versorger selbst nachweisen, dass ihre Preise für Energie angemessen sind. Bislang mussten die Verbraucher den Versorgern nachweisen, dass ihre Preise zu hoch sind.