Befragung

Experten sehen Abhängigkeit von russischem Gas teilweise kritisch

Nach Auffassung der meisten im Rahmen des ZEW-Energiemarktbarometers befragten Experten bieten die großen Ölimporte aus Russland keinen Anlass zur Sorge. Beim Gas ist die Einschätzung weniger gelassen. Um die unmittelbare Versorgungssicherheit fürchten die Experten jedoch nicht.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Mannheim (ddp.djn/sm) - Energieexperten sehen die Abhängigkeit Deutschlands von Gasimporten aus Russland teilweise kritisch. Nach einer Umfrage des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter 200 Experten aus der Energiebranche beurteilen 47 Prozent der Befragten die Importabhängigkeit als problematisch, wie das Institut am Freitag mitteilte.

Hauptgrund für die Kritik sei die Inflexibilität des Pipeline-Transportes von Erdgas. Dies mache ein kurzfristiges Ausweichen auf andere Anbieter kaum möglich. Zudem sei ein auch kurzfristiger Bezug aus anderen Lieferländern oder die Ausweitung der Innlandsgewinnung wenig realistisch. Dagegen sähen neun Prozent der Befragten "kein" und 44 Prozent "eher kein" Problem bei der Abhängigkeit. Den Angaben nach stammen etwa 35 Prozent der Gasimporte aus Russland.

Die Ölimporte aus Russland halten die Energieexperten der Umfrage zufolge dagegen für wenig problematisch. 77 Prozent sähen hier keine Schwierigkeiten, während 23 Prozent die Importabhängigkeit kritisch beurteilten. Dem ZEW zufolge stammen 34 Prozent der Rohölimporte aus Russland.