Energiespeicher

Experten schlagen Wasserstoff-Speicherung in Salzkavernen vor

Ausgespülte Salzkavernen in Norddeutschland könnten nach Ansicht von Wissenschaftlern künftig für die Speicherung der Energie aus Windkraftanlagen in Form von Wasserstoff genutzt werden. Der Wasserstoff könnte dann in Brennstoffzellen weider zerlegtund in Strom überführt werden.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Stralsund/Hannover (ddp-nrd/sm) - In den mehrere Millionen Kubikmeter fassenden unterirdischen Hohlräumen könnte überschüssige Energie aus Windkraftanlagen in Form von Wasserstoff zwischengespeichert werden, sagte Fritz Crotogino von der Firma Underground Technologies GmbH Hannover am Donnerstag auf einem Energiesymposium in Stralsund. Bei Windflaute könnte dann je nach Energiebedarf der Wasserstoff in Brennstoffzellen wieder zerlegt und in Strom überführt werden.

Angesichts des rasant steigenden Windstrommarktes in den norddeutschen Bundesländern stellten Wasserstoffspeicher-Kraftwerke eine ernsthafte Alternative zu Pumpspeicher- oder Druckluftspeicher-Kraftwerken dar, sagte der Spezialist. Entsprechende Projekte bewährten sich bereits in Großbritannien und in den USA. Der vergleichsweise geringe Wirkungsgrad der Wasserstofftechnik würde durch die riesigen Speicherkapazitäten der ausgespülten Salzdome teilweise wieder ausgeglichen.

Nach Angaben des Deutschen Strategierates für Wasserstoff und Brennstoffzellen werden Bund und Industrie bis zum Jahre 2015 insgesamt 1,4 Milliarden Euro für die Markteinführung umweltfreundlicher Wasserstoffprojekte in Deutschland investieren. Zu den in Norddeutschland geförderten Pilotprojekten gehöre der Test vonwasserstoffbetriebenen Fahrzeugen in Berlin und Hamburg, sagte der Sprecher des Strategierates, Jürgen Garche. Denkbar sei auch ein mit Wasserstofftankstellen bestückter Verkehrskorridor zwischen beiden Städten quer durch Mecklenburg-Vorpommern.