Notfallübung

Experten messen Radioaktivität von der Luft aus

Um Strahlenbelastung künftig aus der Luft messen zu können, werden einige Testflüge über Deutschland stattfinden. Mit einem Hubschrauber sind Spezialisten aus mehreren Ländern unterwegs, um die Maßnahme, die im Ernstfall wertvolle Daten liefern könnte, zu üben.

Atomkraft© bluedesign / Fotolia.com

Chemnitz (dpa/red) - Experten aus Deutschland, Tschechien, Frankreich und der Schweiz üben gemeinsam, wie man die radioaktive Belastung aus der Luft misst. Damit könne binnen kurzem in einem relativ großen Gebiet die Strahlenbelastung, wie nach einem Kernkraftwerksunfall, erfasst werden, sagte Klaus Gehrcke vom Bundesamt für Strahlenschutz vor dem Start der Hubschrauber am Montag in Chemnitz. Die Übung läuft bis zum 18. Juni. Mit den Messdaten könnten die Behörden im Notfall entscheiden, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Es werde auch die Zusammenarbeit der Teams aus den verschiedenen Ländern trainiert.

Messungen über ehemaligen Uran-Bergbaugebieten

Bei der Übung sollen vor allem ehemalige Uran-Bergbaugebiete von Reichenbach im Vogtland und Lößnitz im Erzgebirge im Norden bis nach Tschechien im Süden sowie die Umgebung von Seelingstädt und Ronneburg in Thüringen überflogen werden. In Sachsen wird zudem über dem ehemaligen DDR-Kernforschungszentrum Rossendorf nahe Dresden sowie über den Bergbaugebieten bei Freital und Zwickau gemessen.

Am 23. und 24. Juni folgt Teil zwei der Übung. Dabei werden 13 Messfahrzeuge in der Umgebung von Seelingstädt, Aue, Lengenfeld und Mühlental die Radioaktivität ermitteln. Sollten radioaktive Stoffe in die Umwelt gelangen, könnten sich Messungen am Boden und aus der Luft bei der Bewertung der Lage ergänzen, hieß es.

Quelle: DPA