Preissteigerungen

Experten kritisieren "halbherzige Marktöffnung" bei Strompreisen

Die jüngsten Zahlen zur Strompreisentwicklung in Deutschland sind nach Ansicht von Konsumentenschützern ein Beweis für eine halbherzige Marktöffnungspolitik. Nach Einschätzung des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen ist "für mehr als zwei Drittel der Preissteigerungen die Stromwirtschaft verantwortlich".

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - Wenn man die Situation mit anderen Branchen wie etwa der Telekommunikation vergleiche, wo es eine Marktöffnung gegeben habe, müsse man klar feststellen: "Die Liberalisierung im Stromsektor ist nicht bei den Verbrauchern angekommen", sagte Vzbv-Energiexperte Holger Krawinkel, wie die "Frankfurter Rundschau" (Dienstagausgabe) berichtet.

Krawinkel nannte es "fatal, dass eine Marktöffnung betrieben worden ist, ohne dass von vornherein die Spielregeln für diesen Wettbewerb festgelegt wurden". Die Folge sei, dass sich "in erster Linie international operierende Konzerne bereichern und die Konsumenten leer ausgehen". Krawinkels Forderung an die Adresse Berlins und Brüssels: "Die Netzentflechtung ist dringend erforderlich, damit es mehr Konkurrenz bei der Stromerzeugung gibt."