Prognosen

Experten: Gazprom treibt Preise auch für deutsche Verbraucher

Deutsche Verbraucher müssen wegen der Preispolitik des russischen Energiemonopolisten Gazprom möglicherweise mit steigenden Gaspreisen rechnen. Dies sind Einschätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv).

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Gazprom verfolgt eine Hochpreisstrategie, die sich in Kürze auch auf unserer Gasrechnung ablesen lässt", sagte Claudia Kemfert, Energieexpertin des DIW, dem Berliner "Tagesspiegel". "Die Preise könnten schon 2007 steigen", fügte sie hinzu. Auch der vzbv-Energieexperte, Holger Krawinkel, warnte vor negativen Folgen. Er sagte der Zeitung: "Gas wird erheblich teurer, wenn es Gazprom nicht gelingen sollte, höhere Preise im Inland durchzusetzen und neue Vorkommen zu erschließen."

Der staatlich kontrollierte Konzern hatte am Neujahrsmorgen den Gasstreit mit Weißrussland beigelegt - allerdings zu deutlich teureren Konditionen. Größter Gazprom-Kunde in Europa ist Deutschland. DIW-Expertin Kemfert fürchtet, dass Gazprom in Kürze auch deutsche Abnehmer unter Druck setzen wird. "Das wird auch E.ON heimsuchen", sagte Kemfert. E.ON Ruhrgas ist die größte deutsche Ferngasgesellschaft mit langfristigen Lieferverträgen mit Gazprom. Auch Lieferengpässe seien 2007 nicht unwahrscheinlich, sagte Kemfert dem Tagesspiegel.

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