ZEW-Energiemarktbarometer

Experten erwarten stagnierende Netzqualität

Bei einer Befragung von mehr als 200 Experten aus dem Energiebereich hat das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung herausgefunden, dass die Mehrheit in den kommenden Monaten keine Verbesserung der Netzqualität erwartet. Auch "nationale Champions" halten die Experten nicht für nötig.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Mannheim (red) - In der Politik wird häufig das Modell der "nationalen Champions" favorisiert, um das Bestehen der deutschen Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu sichern. Sie sollen einen Gegenpol zu ihren starken europäischen Konkurrenten bilden. Bei Fachleuten stößt dieses industriepolitische Konzept indes auf wenig Gegenliebe. So hält eine klare Mehrheit von 85 Prozent der für das ZEW-Energiemarktbarometer befragten Experten eine weitere Marktkonzentration im Energiesektor nicht für notwendig.

Das aktuelle ZEW-Energiemarktbarometer, für das das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) halbjährlich etwa mehr als 200 Experten aus Energieversorgungs-, -handels- und Dienstleistungsunternehmen zu ihren Erwartungen hinsichtlich der kurz- und mittelfristigen Entwicklungen auf den nationalen und internationalen Energiemärkten befragt, ergab zudem, dass kaum Veränderungen aus Umwelt- und Energieregulierung erwartet werden. Die Mehrheit von 65 Prozent der befragten Experten ist der Meinung, dass sich die Regulierungsdichte im Umweltsektor nicht ändern wird. Die Erwartungen bezüglich einer Zu- und Abnahme staatlicher Eingriffe in das Wirtschaftsgeschehen halten sich in etwa die Waage (16 zu 19 Prozent). Im Energiesektor erwarten 56 Prozent der Experten Kontinuität bei der Regulierung. Allerdings gibt es hier deutlich mehr Stimmen, die eine eher Zunahme der Regulierung voraussehen (39 Prozent).

52 Prozent der vom ZEW befragten Experten gehen zudem davon aus, dass durch die Arbeit der Bundesnetzagentur die Stromdurchleitungsentgelte sinken werden, 37 Prozent erwarten in diesem Bereich eher eine Stagnation. Auch bei der Netzqualität wird sich laut Expertenmeinung erstmal nicht viel ändern: 65 Prozent der Befragten denken, dass sie stagniert, 31 Prozent, dass sie schlechter wird.

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