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Experten: EEG-Umlage könnte Stromrechnung verteuern

Die Stromrechnung könnte für einige Haushalte im kommenden Jahr wieder steigen. Experten zufolge wird die EEG-Umlage wieder angehoben. Aber nicht jeder Energieversorger gibt das an seine Kunden weiter.

stromabrechnung© Petra Beerhalter/ fotolia.com

Berlin - Der nächste Anstieg der EEG-Umlage als Teil der Stromrechnung für Verbraucher geht hauptsächlich auf das Konto sinkender Preise an der Strombörse. Nach Berechnungen der Denkfabrik Agora Energiewende steigt die EEG-Umlage für 2017 von derzeit 6,35 auf 7,1 bis 7,3 Cent pro Kilowattstunde.

Energieversorger kaufen billig Strom ein

Den mit 0,34 Cent größten Teil des Anstiegs müssen Verbraucher zahlen, weil Energieversorger Strom billiger einkaufen können, aber Betreiber von Ökostrom-Anlagen eine feste Vergütung bekommen. Sie wird über die EEG-Umlage finanziert. Für Stromkunden muss es nicht oder kaum teurer werden - wenn Energieversorger den billigen Einkaufspreis weitergeben.

Verbraucher können bei einer Strompreiserhöhung von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und sich einen günstigeren Anbieter suchen.

Agora: Durch Windkraft-Ausbau wird EEG-Umlage teurer

Die Agora-Rechnung lag der Deutschen Presse-Agentur am Montag vor. Demnach treibt der Bau neuer Windkraftanlagen auf See, genannt Offshore, die EEG-Umlage für 2017 um 0,18 Cent pro Kilowattstunde nach oben. Der Ausbau von Windrädern an Land, Solar- und Bioenergieanlagen macht sich weniger deutlich bemerkbar.

EEG-Umlage steigt seit 2010

Agora Energiewende zufolge dürfte die Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage, die für Stromkunden entscheidend ist, im kommenden Jahr bei etwa 9,7 Cent pro Kilowattstunde liegen. Eine vierköpfige Familie in einem Einfamilienhaus verbraucht im Schnitt pro Jahr 4.200 Kilowattstunden Strom. Seit ihrer Einführung im Jahr 2010 ist die EEG-Umlage jedes Jahr gestiegen. Nach Berechnungen der Denkfabrik dürfte etwa 2023 mit 8,5 Cent das Maximum erreicht sein.

Wie viel kostet Strom aktuell?

Die Ökostrom-Umlage zur Förderung von Wind- und Solarstrom macht nur einen Teil des Strompreises aus - aber einen großen. So setzt dich der Strompreis dem Vergleichsportal Verivox derzeit zusammen:

  • Beschaffung, Vertrieb, Margen der Stromanbieter: 21,4 Prozent
  • Netznutzungskosten, die Stromanbieter an Netzbetreiber zahlen: 23,8 Prozent
  • Ökostrom/EEG-Umlage: 23 Prozent
  • Mehrwertsteuer: 16 Prozent
  • Sonstige Umlagen, Steuern und Abgaben: 15,8 Prozent

Es lässt sich wegen der vielen Faktoren nicht seriös berechnen, was etwa ein Anstieg der Ökostrom-Umlage im kommenden Jahr für einen einzelnen Haushalt bedeutet. Denn die Höhe der Stromrechnung hängt davon ab, wo eine Familie wohnt und welchen Stromanbieter sie wählt.

Bei einem durchschnittlichen Strompreis im Juni 2016 von rund 27,65 Cent je Kilowattstunde (inklusive Grundgebühr) zahlt dem Vergleichsportal Verivox zufolge ein privater Haushalt mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden 1106 Euro pro Jahr für Strom.

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Quelle: DPA