Teure Technik

Experten bezweifeln Konzepte für CO2-freie Kohlekraftwerke

Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung des Bundestags hat angeblich erhebliche Zweifel an Konzepten für sogenannte kohlendioxidfreie Kohlekraftwerke. Die "Frankfurter Rundschau" berichtete, laut einer aktuellen Studie würden sich mit dieser Technik die Kosten für die Stromerzeugung verdoppeln.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - Bei der sogenannten CCS-Technik wird das Treibhausgas Kohlendioxid im Kraftwerk abgetrennt, per Pipeline oder Schiff abtransportiert und in leere Öl- oder Erdgaslager oder in poröse Gesteinsschichten gepumpt.

Die deutschen Lagerstätten würden mindestens 40 Jahre, im besten Fall sogar 130 Jahre ausreichen, schrieb das Blatt. Ob dieses Potenzial tatsächlich genutzt werden könne, hänge von geologischen Details, ökonomischen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie der gesellschaftlichen Akzeptanz ab. Bei der neuen Technik fielen zusätzliche Kosten nicht nur für Abtrennung, Transport und Einlagerung von Kohlendioxid an. Die Technologie senke auch Wirkungsgrad der Anlagen deutlich.

Die Experten gehen dem Blatt zufolge davon aus, dass schon Jahr 2020 Strom aus CCS-Kraftwerken etwa genauso teuer sein wird wie Strom aus erneuerbaren Energien. Damit verlöre das "saubere Kohlekraftwerk" das Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb mit anderen klimaschonenden Technologien. Der Energiekonzern Vattenfall baut bereits eine CCS-Pilotanlage in Schwarze Pumpe in der Lausitz.