Kritik

Experten: Atommüll-Lagerung weist Mängel auf

Die Lagerung von Atommüll ist nicht nur problematisch aufgrund des bisher fehlenden Endlagerortes. Experten kritisieren auch, wie in den Zwischenlagern mit dem schwach- und mittelradioaktiven Abfall umgegangen wird. Demzufolge werden die Inspektionen der Fässer nicht gründlich genug durchgeführt.

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Berlin (dpa/red) - Bei der Zwischenlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen in Deutschland gibt es nach Ansicht von Experten deutliche Mängel. Vor allem die Probleme mit rostenden Atommüll-Fässern seien bislang nicht hinreichend beachtet worden, erklärte der Vorsitzende der Entsorgungskommission des Bundes, Michael Sailer, am Freitag in Berlin. So würden die vorgeschriebenen regelmäßigen Inspektionen öfter nicht in allen Punkten erfüllt, außerdem müsse die Dokumentation verbessert werden.

Überwachungskonzepte sollen verbessert werden

Zwar hätten Rostfässer, wie sie im Atomkraftwerk Brunsbüttel gefunden wurden, keine direkten radiologischen Auswirkungen auf die Umgebung, erklärte die Kommission, die das Bundesumweltministerium in Fragen der nuklearen Entsorgung berät. Es fehlten aber systematische und einheitliche Überwachungskonzepte, um solche Mängel früh zu erkennen.

Beschädigte Atommüll-Fässer in Brunsbüttel

In Brunsbüttel hatte jedes vierte von fast 600 mit einer Spezialkamera untersuchten Fässern schwere Beschädigungen aufgewiesen. Nach Abschluss der Inspektionen kündigte Schleswig-Holsteins Umweltweltminister Robert Habeck (Grüne) verschärfte Vorgaben an die Betreiber an.

Die Einhaltung höchster Sicherheitsstandards forderte am Freitag auch Staatssekretär Jochen Flasbarth vom Bundesumweltministerium. Es sei nicht hinnehmbar, dass die Leitlinien der Kommission nicht durchgängig umgesetzt würden. Klar werde auch, dass für die sichere Endlagerung das geplante Endlager Schacht Konrad zügig errichtet und in Betrieb gehen müsse.

Quelle: DPA