Starker Aufschwung

Experte sieht erneuerbare Energien als die Zukunftsbranche

Experten erwarten für die Branche der erneuerbaren Energien in Nordrhein-Westfalen einen starken Aufschwung. Auch eine Vielzahl an branchenfremden Unternehmen hätten sich bereits auf regenerative Energien spezialisiert. Künftig sei voraussichtlich mit einem Mangel an Fachkräften zu rechnen.

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Münster (ddp-nrw/sm) - "Der Wirtschaftszweig ist die Zukunftsbranche schlechthin. Er steht in seiner Entwicklung da, wo vor 100 Jahren die Autobranche stand", sagte der Leiter des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) in Münster, Norbert Allnoch, der Nachrichtenagentur ddp. Im Jahr 2005 seien landesweit 16.500 Menschen in der regenerativen Energiewirtschaft beschäftigt gewesen. Rund 3000 Unternehmen hätten knapp 4,2 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Ein enormer Anstieg der Zahlen in den kommenden Jahren sei schon jetzt absehbar, sagte Allnoch. Die Erhebung der Daten für 2006 läuft noch.

Der Münsteraner Wissenschaftler untersucht für das Wirtschaftsministerium die Lage der regenerativen Energiewirtschaft im Land. Durch den Aufschwung sei künftig mit einem Mangel an Fachkräften zu rechnen, sagte Allnoch. "Der Mangel ist im Grunde weltweit schon da", fügte er hinzu.

Bislang seien in Nordrhein-Westfalen zwar alle Bereiche der erneuerbaren Energien vertreten, aber in unterschiedlicher Intensität, sagte der IWR-Leiter. Besonders stark sei das Land etwa im Getriebebau für Windkraftanlagen aufgestellt, weniger in der Herstellung von Solaranlagen.

Eine große Zahl an traditionellen, branchenfremden Unternehmen habe auf den Wirtschaftszweig der regenerativen Energien umgesattelt, betonte Allnoch. So würden Getriebe für Windkraftanlagen beispielsweise von Firmen gebaut, die früher Antriebsanlagen für den Bergbau hergestellt hätten. Wichtig sei es in Zukunft, mehr neue Firmen ins Land zu locken, um das gesamte Spektrum der Branche besser abzudecken.