Welle von Ölkrisen

Experte rechnet künftig mit Ölpreis von 50 Dollar

Die verstärkte Nachfrage in Schwellenländern wie China und Indien ist nach Meinung von Fritz Vahrenholt, ehemaliger Hamburger Umweltsenator und derzeitiger Vorstandsvorsitzender des Windanlagenbauers REpower, der Grund für eine Welle von Ölkrisen in den kommenden Jahren.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Köln (ddp/sm) - Der Ölpreis wird nach Ansicht von Energiefachleuten in den kommenden Jahren weiter in die Höhe schnellen. Man müsse "damit rechnen, dass der Ölpreis in den nächsten Jahren auf 50 Dollar" je Barrel Rohöl steigen wird, sagte der Vorstandsvorsitzende des Windanlagenbauers REpower Systems, Fritz Vahrenholt, am Freitag im Deutschlandfunk. Auch die Benzinpreise würden in den nächsten Jahren nochmals um etwa 20 Prozent steigen, prognostizierte der ehemalige Hamburger Umweltsenator.

Die Welt befinde sich am "Anfang einer Welle von Ölkrisen". Grund dafür ist nach Ansicht von Vahrenholt die verstärkte Nachfrage in Schwellenländern wie China und Indien mit einer Milliardenbevölkerung. Die maximal mögliche Ölförderung werde daher in absehbarer Zeit erreicht sein.

Deutschland müsse auf diese Entwicklungen reagieren und seine Energieplanung umstellen. So sei eine "Renaissance der Kohle" unumgänglich, um sich von Ölimporten unabhängiger zu machen. Nötig seien allerdings neue Kohlekraftwerke. Auch über eine längere Laufzeit bestehender Kernkraftwerke um "zwei, drei Jahre" müsse nachgedacht werden. Den Bau neuer Kernkraftwerke schloss Vahrenholt aus. Er rechne zudem damit, dass ab "2012 bis 2014" Offshore-Windkraftanlagen billiger Strom produzieren können als herkömmliche Kraftwerke.