Aus Braunschweig

Exakte Preisbestimmung mit neuem Erdgasmessverfahren

Forscher aus Braunschweig haben mit einem neuen Messverfahren die Grundlage für die exakte Preisbestimmung von Erdgas aus Pipelines geschaffen. Die bereits im April 2005 definierte Maßeinheit sei mittlerweile in rund 25 europäischen Staaten als Standard anerkannt und werde dort verwendet.

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Braunschweig (ddp-nrd/sm) - Die Maßeinheit des so genannten Harmonisierten Europäischen Erdgaskubikmeters stelle jetzt ein "stabiles und verlässliches europäisches Normal" zur Mengenbestimmung des Gasbrennstoffs dar, sagte Dietrich Dopheide von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig der Nachrichtenagentur ddp.

Die bereits im April 2005 definierte Maßeinheit sei mittlerweile in rund 25 europäischen Staaten als Standard anerkannt und werde dort verwendet. Derzeit werde mit China und Russland verhandelt, sagte Dopheide. Dort solle der europäische Standard bis spätestens 2008 eingeführt werden.

Messfehler von knapp einem halben Prozent, wie bislang wegen der uneinheitlichen Verfahren üblich, hätten beim internationalen Handel zwischen den Ländern eine "erhebliche finanzielle Dimension", sagte Dopheide. Immerhin würden rund 400 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr in Westeuropa verbraucht, davon allein 100 Milliarden in Deutschland. Das entspreche in Deutschland einem Geldwert von etwa 20 Milliarden Euro.

"Die Maßeinheit löst als neues Normal die individuellen Darstellungen der am Handel beteiligten Partner ab", sagte Dopheide. Das trage entscheidend zu einem "lauteren Handel" in der Gasversorgungswirtschaft bei. Wegen der unterschiedlichen Konzepte bei der Erdgasmessung habe es in der Vergangenheit "teils erhebliche Messunsicherheiten gegeben", betonte der Wissenschaftler. Nutznießer des vereinheitlichten Messverfahrens seien die Netz- und Pipelinebetreiber, die Erdgasgesellschaften und letztlich die Verbraucher.