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Ex-Minister Müller plädiert für neue Atommeiler

Der ehemalige Wirtschaftsminister Werner Müller, jetzt Chef des Essener Bergbau- und Chemiekonzerns RAG, hält den Bau neuer Kernkraftwerke für unumgänglich. Unterdessen hat Umweltminister Gabriel Spekulationen, er zweifle am Atomausstieg, zurückgewiesen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) spricht sich für den Bau neuer Atomkraftwerke aus. "Wir werden um den Neubau von Kernkraftwerken nicht herumkommen", sagte Müller der Wochenzeitung "Die Zeit" in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. Der heutige Vorstandsvorsitzende des RAG-Konzerns war in der ersten rot-grünen Legislaturperiode maßgeblich an den Atomkonsens-Verhandlungen mit den Betreibern der Kernkraftwerke beteiligt.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) wies in der Zeitung Spekulationen zurück, er zweifle am Atomausstieg. Dies sei "dummes Zeug". Für Ende April kündigte Gabriel eine "Roadmap" an, aus der hervorgehen soll, wie Deutschlands Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um "knapp 40 Prozent" gegenüber 1990 gesenkt werden kann. Fachbeamte des Umweltministeriums geben dem Bericht zufolge zu bedenken, dass eine 40-prozentige Emissionsminderung "nur mit Kernenergie - oder mit massiven Eingriffen" zu realisieren sei.

Der SPD-Umweltexperte Marco Bülow kündigte eine "offene Rebellion" an, sollte die schwarz-rote Regierung den Ausstieg aus dem Atomausstieg ernsthaft erwägen.