Amtlich

Ex-Kanzler Schröder zum Gaspipeline-Aufsichtsratschef gewählt

Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist zum Aufsichtsratschef der Ostseepipeline-Gesellschaft NEGPC gewählt worden. Nach Angaben des Betreiberkonsortiums wurde Schröder am Donnerstag einstimmig in das achtköpfige Gremium berufen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Schröders neue Tätigkeit als Aufsichtsratschef hatte kontroverse Debatten ausgelöst, weil sich der Kanzler bereits in seiner Amtszeit für das Pipeline-Projekt stark gemacht hatte. Angeblich soll Schröders Jahresgehalt 250 000 Euro betragen.

FDP-Chef Guido Westerwelle erneuerte seine Kritik an Schröders Engagement. Dies sei ein "stilloser, unappetitlicher und fragwürdiger Seitenwechsel". Selten habe ein Bundeskanzler nach dem Ausscheiden aus dem Amt sein eigenes Ansehen und das Ansehen der Politik insgesamt so schnell beschädigt. "Der Altbundeskanzler mag juristisch gegen Kritiker vorgehen, politisch bleibt sein Verhalten würdelos", fügte Westerwelle hinzu.

Schröder befindet sich mit Westerwelle in einem Rechtsstreit. Der Ex-Kanzler wehrt sich juristisch gegen die Art und Weise, wie der FDP-Chef die Übernahme des Aufsichtsratspostens kommentiert hat.

Das Pipeline-Konsortium mit Sitz in Zug in der Schweiz wurde Ende 2005 gegründet. Im Dezember begannen die Bauarbeiten an der Pipeline. Die Gasleitung soll die russische Ostseeküste bei Wyborg mit der deutschen Ostseeküste in Höhe von Greifswald verbinden und 2010 in Betrieb gehen. An der NEGPC sind der russische Energiekonzern Gasprom mit 51 Prozent und die deutschen Unternehmen BASF und E.ON mit jeweils 24,5 Prozent beteiligt.