Verfahren

Ex-EnBW-Chef Claassen wegen WM-Ticket-Affäre vor Gericht (Upd.)

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns EnBW Utz Claassen steht seit heute wegen Korruptionsvorwürfen in der sogenannten WM-Ticket-Affäre vor Gericht. Das Strafverfahren vor dem Landgericht Karlsruhe begann am Morgen unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Karlsruhe (ddp) - Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44-jährigen Claassen Vorteilsgewährung in sieben Fällen vor. Er habe im Dezember 2005 an sieben hochrangige Politiker per Weihnachtspost jeweils Ticket-Gutscheine für ein Spiel der Fußballweltmeisterschaft 2006 geschickt, um die Amtsträger in dienstlichen Angelegenheiten zu beeinflussen.

Die Empfänger waren Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU), der baden-württembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP), vier weitere Mitglieder der Landesregierung und der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Matthias Machnig (SPD). Die Gutscheine hatten laut Staatsanwaltschaft einen Wert von rund 2100 Euro für Spiele in Stuttgart und von 2600 Euro für ein Spiel in Berlin.

Claassen hat die Beschuldigungen stets zurückgewiesen. Seine Anwälte sehen den Prozess als "Musterverfahren" dafür, ob ein Sponsor "Repräsentanten der Öffentlichkeit zu einem von ihm geförderten Sportereignis einladen darf". Die Verteidigung sei "vollkommen sicher, dass die Anklage sowohl sachlich als auch rechtlich in keiner Weise begründet ist". Für die Hauptverhandlung sind acht Sitzungstage angesetzt. Das Urteil wird für Ende November erwartet.

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  • Zum Artikel des Hamburger Abendblattes