Strom-News
Unternehmen zeigen InteresseDie Elektrizitätswerke Schönau (EWS) verzeichnen eine zunehmende Nachfrage nach Ökostrom von Unternehmen, die sich somit für den Umweltschutz einsetzen möchten. Jedoch hätten einige Unternehmen vorbeihalte wegen zu hoher Strompreise. Dabei ist dem Stromanbieter zufolge Ökostrom kaum teurer als herkömmliche Stromtarife.
Schönau (ddp-bwb/red) - Die Elektrizitätswerke Schönau (EWS), welche ursprünglich aus einer Bürgerinitiative der Anti-Atomkraft-Bewegung hervorgegangen sind, profitieren von dem neuen Ökostrom-Trend, so die Geschäftsführerin Ursula Sladek. Denn neben Privatkunden interessieren sich zunehmend auch Unternehmen für das Ökostromangebot. "Viele Unternehmen geben als Gründe für den Wechsel zu uns Klimaschutz und eine kritische Haltung zum Atomenergie an", sagt sie. "Selbst Firmen, die bisher nicht durch eine umweltfreundliche Firmenpolitik aufgefallen sind, zeigen Interesse an uns".
Laut Linda Jeromin von der IHK Karlsruhe lässt sich daraus nicht zwingend ein generelles Umdenken herleiten. Zwar gebe es Unternehmen, denen ein umweltschonendes Energiemanagement wichtig ist. Allerdings sei gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten der Strompreis entscheidend. Da Ökostrom noch immer im Ruf stehe, teurer als konventionell erzeugte Energie zu sein, verhielten sich viele Firmen zurückhaltend bei einem Wechsel zu einem alternativen Anbieter, sagt Jeromin.
EWS-Kunde Ritter-Sport zeigt indes, dass sich mit einem klugen Energiemix durchaus Geld sparen lässt. Laut Unternehmenssprecher Thomas Seeger ordert der Schokoladen-Hersteller seit 2002 Strom von der EWS und unterhält seither auch ein Blockheizkraftwerk auf dem Firmengelände. Dieses erzeugt 70 Prozent der Wärme, die das Unternehmen braucht sowie 30 Prozent des Stroms. "Wir sparen so jährlich zwölf Millionen Kilowattstunden an Primärenergie ein", sagt Seeger. Die restlichen 70 Prozent des Strombedarfs deckt das Unternehmen durch die EWS. "Wir sind aus betriebswirtschaftlichen Gründen hochzufrieden", betont Seeger.
Sladek zufolge liegt das Tarifniveau für den Schönauer Öko-Strom kaum über den Preisen von Großkonzerne. Der Strom der EWS stammt aus Wasserkraft und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Kapitalbeteiligungen von Kernkraftwerksbetreibern gibt es nicht.
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