Möglicher Erdgasspeicher

EWE startet Probebohrung zum Salzstock Möckow

Ein Jahr nach den geophysikalischen Vermessungen hat EWE heute mit einer Probebohrung in den 2000 Meter mächtigen Salzstock Möckow bei Züssow begonnen. Damit sollen Informationen über die Beschaffenheit des Salzes und seine Eignung als Erdgasspeicher eingeholt werden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Züssow (ddp-nrd/sm) - Zuerst sei die Bodenplatte eines zuvor ausgehobenen 170 Meter tiefen Führungsschachtes durchbrochen worden, sagte Projektleiter Thomas Beutel in Wrangelsburg. In den kommenden acht bis zehn Wochen würden dann ab einer Tiefe von etwa 1000 Meter zahlreiche Bohrkerne entnommen. Die Analyse der Steinsalzproben werde dann etwa vier bis sechs Monate dauern.

Durch Ausspülungen des Salzstocks sollen in ihm später bis zu 20 Hohlräumen entstehen, in denen Erdgas verpresst werde, sagte Beutel. Jede dieser sogenannten Kavernen habe ein Fassungsvermögen von etwa 50 Millionen Kubikmeter. Nach derzeitigen Planungen wird die ausgespülte Sole Beutel zufolge auf Meerwasserniveau verdünnt und in den Greifswalder Bodden gepumpt.

Am Nachmittag wollte der EWE-Konzern im nahe gelegenen Wrangelsburg ein Informationsbüro eröffnen. Dort will das Unternehmen nach eigenen Angaben über den Stand der Planungen und Arbeiten in dem Salzstock Auskunft geben.

Mit dem Speicherbau reagiert die EWE auf den geplanten Bau der deutsch-russischen Erdgaspipeline durch die Ostsee, die bei Lubmin anlandet, nur wenige Kilometer von dem Salzstock entfernt. EWE betreibt bereits in Niedersachsen zwei Speicher und einen weiteren in Rüdersdorf bei Berlin.

Kritik übte EWE an den Plänen der EU, den Erdgasspeicherbetrieb vom Erdgasvertrieb zu trennen. Zwar sei der von der EU angestrebte Ausbau von Gasspeicherkapazitäten zu begrüßen, sagte EWE-Vorstandschef Werner Brinker. Jedoch werde die Zugangsregulierung zu Gasspeichern Investoren abschrecken und zusätzliche Kosten verursachen, die sich in erhöhten Erdgaspreisen niederschlagen würden.